80 Geistliche Würdenträger aus dem Geschlecht der Edlen von Holte.
regiert haben muss*), wird von den Paderbörnschen Ge-schichtschreibern einstimmig dem Osnabrückschen Gescblechteder Edlen von Holte beigezählt **). Beweise für eine solcheBehauptung fehlen jedoch gänzlich. Vor seiner bischöflichenWürde war Poppo Dompropst zu Bamberg ***). Die Lagedieses Bisthnms, so wie der Vorname Poppo lassen jedocheher auf das Hennebergisclie Geschlecht schliessen. Solltesich aber dennoch die Abslammnng aus dem Holteschen Ge-schlechte begründen lassen, so könnte füglich der Poppo, denwir 1049 als Diakonus im Domkapitel zu Osnabrück er-blicken f)> mit ihm ein und dieselbe Person sein. BischofPoppo wird sonst auch ein Schwestersohn des Bischof Wil-helm von Utrecht, den Heda für einen Bruder des Grafen Wi-chard von Geldern ausgiebt, genannt ff).
2. Burchard, der von 1098 bis zu seinem am 9. März1118 erfolgten Tode den bischöflichen Stuhl zu Münster be-kleidete und so mächtig in die Händel seiner Zeit eingriff,wird nicht minder für einen Edlen von Holte gehalten fff)Gründe für diese Behauptung werden überall verschwiegen.Wilkens behauptet*!), des Bischofs Bruder sei Vater zweierEdlen Burchard und Wicbold gewesen, und nennt an andererStelle **f), die nähere Beweisführung, welche er aber schuldig
*) Sein Vorgänger Imad starb den 3. Febr. 1076 (Bessen Gesch. d.Bisth. Paderborn 1. 144.).
**) H. v. Kerssenbroch catal. episc. Paderb. 1578 unter Beifügung desrichtigen Holteschen Wappens mit den drei Flügeln. Sehnten annal. Paderb.— Bessen Gesch. d. Bisth. Paderborn I. 144. 145.
***) Poderbrunnensem vero episcopatum Boppo Babenbergensis praepositusobtinuit 1076. (Lamberti annal. ap. Pertz VII. 244.)
-{-) Moser Osnabr. Gesch. II. Urk. S. 19.it) Weddigen Paderb. Gesch. nach Schaten S. 130—138. Lambert vonAschaffenburg nennt beide Bischöfe blutsverwandt (ap. Pertz VII. 283.).
ttt) w Steinen Westph. Gesch. III. 338. Kock series episc. Monaster.I. 42—49. Erhard Gesch. Münsters S. 71.
*f) Versuch einer Gesch. d. Stadt Münster. 1823 S. 75.
**t) Tross Westphalia 1825. St. 20.