115
Von Wissel in der Geschichte der Errichtung sämmtlicher churbraunschw.lüneb. Truppen pag. Z29. erzählt, es wäre bei diesem Ueberfalle so heftig her-gegangen, daß die Feinde, welche den Uebergang über die Sambre in dieserNacht verfehlt gehabt hatten, großtentheils mit Kolben todt geschlagen waren,und unser Willen Friedrich Vehr, der damals Major, und den Beinamender Schwarze geführt hat, einen Backofen voll verkrochener Franzosen er-schlagen habe.
Diese Freude hat jedoch nicht lange gedauert. Nach der Eroberung vonQuesnoy durch die Franzosen ist dieß Bataillon zwischen Denain und Mar-schaing vom Marschall Vittars geschlagen. Das Bataillon hat sich zwar daraufin Marschaing geworfen, hat sich aber nach lAtägiger Einschließung unter demObristen Niemeyer zur Kriegsgefangenschaft ergeben müssen, aus welcher sichhernach ein jeder, so gut er gekonnt, zu ranzioniren gesucht, und zu Eimbeckwieder gesammelt hat, wo solches von neuem zu einem Bataillon gebildet ist.
Im Jahre 171^ ist dieß Bataillon zur Bewahrung der Granze gegen dieVerbreitung der damals in Hamburg wüthenden Pest gebraucht, und hat daraufim Jahre i/i5 und 1716 unter den siooo Mann, welche von Churhannoverunter dem General-Major von Penz dem Könige von Dännemark zur Hülfenach Pommern gesandt wurden, gedient, wo es sich namentlich unter den Be-lagerungstruppen von Wißmar befand. Von Wissel I. e. erzahlt, daß dießBataillon das erste gewesen sey, dem, bei der am 8. April 1716 erfolgtenUebergabe der Stadt Wißmar an die Belagerer, ein Thor eingeräumt sey.
Am 10. Juni 1719 wurde er Obristlieutenant bei dem damaligen Regi-ments Lucius, und diente im meklenburger Feldzuge, wo die Russen undMeklenburger bei Walsmühlen geschlagen wurden.
Im Jahre 1727 erhielt er als Obrist das vormalige einbecksche Regiment,mit welchem er auch im Jahre 1755 nach Meklenburg zur Beruhigung desdortigen Bauernaufstandes gesandt wurde.
Im folgenden Jahre war sein Regiment mit unter den 6 Infanterie-Re-gimentern, welche nach dem Oberrheine giengen, und unter dem Oberbefehledes Prinzen Eugen bei Wiesenthal im Lager standen, gegen das Ende desMonats October aber die Winterquartiere auf dem Schwarzwalde bezogen.
p 2