H. ^ -
Johann, des Statthalter in Curland Johann (§. 25.) dritter Sohn, istam 5. Juli 1677 zu Edwahlen gebyhren, und ihm ist in der brüderlichenTheilung das aus mehreren vereinigte Burglehn zur Hoya zu Theil ge-worden. (§. 23.)
Im Jahre i5go war er nebst seinem Bruder Diedrlch bei den V' Poli-carp lyser in Braunschweig in die Kost gegeben, wo sie beide fünf Jahre langdie dasige Schule besuchten. Im Jahre 1696 bezogen sie zusammen die Uni-versität Wittenberg, hernach auch Tübingen und Straßburg. Nach vollendetenStudien machten sie eine Reise durch Frankreich, Italien, Braband und Hol-land, nach deren Beendigung Johann sich ^nno 1601 nach Speyer begab,und daselbst ein ganzes Jahr lang sich noch weiter ausbildete.
Auf Ostern 1602 übergab sein Vater ihm das Gut zur Hoya zur Ver-waltung, und am 25. Mai 160A wurde seine Ehestiftung mit Maria vonBothmer, des Droste» Friedrich von Bothmer und Maria gebohrne Fresen zuAhlden Tochter vollzogen. Durch diese Heirath sind seine Nachkommen Inte-ressenten an der wichtigen Legaten- und Stipendien-Stiftung der von Both-merschen Familie in Magdeburg geworden. Ein Gegenstand, der der Behr-schen Familie Aufmerksamkeit allerdings sehr würdig seyn mögte.
Nach dem am 10. Januar 1610 erfolgten Absterben seines Schwieger-vaters erhielt er auf Ostern 1610 das Amt Ahlden als Drost auf 16 Jahrewegen seiner Forderungen ack 20,000 Rthlr. auf dem Hause Hoya, und 1000Rthlr. auf dem Haufe Ahlden. Diese Drostenschaft, oder Pfandbesitz desHauses Ahlden wurde ^nno 1626 auf 10 Jahre für ihn und seine Erben ver-längert. Zu seiner Zeit wurde das Schloß zu Ahlden neu gebauet; er hatden Bau geleitet, und mußte Vertragsmäßig 1600 Rthlr. darin mit verwenden.Zu seiner Zeit hat auch die Leine, welche vorhin nahe am Schlosse hergeflossenund etwa eine halbe Stunde unterhalb Ahlden sich erst in die Aller ergossenhat, in einer Nacht ihr altes Flußbette verlassen, ist bei dem Dorfe Bothmer,dem Dorfe Eikeloh gegenüber, also etwa eine Stunde oberhalb Ahlden, durch-gebrochen und sich allda in die Aller ergossen. In der Folge sind verschiedeneVorschläge gemacht worden, um die Leine in ihr altes Bette wieder zurückzu-führen, allein keiner davon ist zur Ausführung gebracht.