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Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
Entstehung
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dieses durchlauchtigen Fürstenhauses mit Stillschweigen übergangen, und selbstErath im Oons^». Bist. Bruns. illuusB. uuivsrs., der sonst viele kleine Hand-lungen der Fürsten berührt, hat hievon keine Sylbe erwähnt. Wahrscheinlichist ihm keine darauf hindeutende Urkunde zu Gesicht gekommen, und aus demAnführen der von Ciriae Spangenberg herausgegebenen verdenschen Chronikacl Annuin 1^23 Verdis: ^.nno Itt.23 Montags nach Jacobi hat er (sc. Bi-schof Johann von Verden) entlehnet zu Einlösung des Hauses Stellichte, unddasselbe bei das Stift zu bringen, von Herr Gerhard rc. 200 Rfl. und ÄoMark bübisch, dagegen ihnen versehet den Zehnten zu Wittorp! sollte manschließen, Stellichte habe vorhin schon zum Stifte gehört, sey von einem derfrüheren Bischöfe versetzt gewesen, und nun wieder eingelöset worden. Ausden bloßen Worten der verdenschen Chronik kann mau wenigstens keinen andernSchluß ziehen, wenn man das wahre Sachverhaltniß nicht kennt. Es wirddaher nicht unangenehm seyn, hier die Geschichte des Vorganges und denGrund des Versatzes der Wahrheit gemäß zu lesen.

Nach dem Tode des Bischof Conrad von Verden hatte das Domcapiteldaselbst den bisherigen Domdechanten, Grafen Heinrich von der Hoya, ^uuc>1^07 zum anderweitigen Bischof erwählt. Pabst Gregor 12. verweigerte diesemErwählten die Bestätigung, weil er auf Empfehlung des Kaisers Ruprechtvon der Pfalz einen Doctor der Rechte, Namens Ulrich von Albach oderAlbeck zum Bischof zu Verden ernannt, das Bißthum ihm verliehen, und dieConssrmation ertheilt hatte. Der Pabst mußte jener Zeit dem Kaiser gefälligseyn, weil er seiner Hülfe wider den Gegenpabst Benedict iZ. zu Avignonbedurfte, und der Kaiser war dem lB Ulrich von Albeck Verbindlichkeitenschuldig, weil derselbe ihm, dem Kaiser, in mehreren Gesandtschaften sehrersprießliche treue Dienste geleistet hatte.

Herzog Heinrich von Braunschweig Lüneburg hielt es mit dem Kaiser,und veranlaßte, daß Bischof Ulrich von den bischöflich verdenschen Gütern imFüstenthume Lüneburg Besitz nehmen konnte. Der Herzog selbst ließ sich vomBischof Ulrich mit den Gütern von neuem belehnen, welche vom BißthumVerden relevirten, bewirkte auch, daß mehrere Prälaten des Stifts den Ulrichfür ihren Bischof anerkannten.