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Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
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der Fliehenden mit seinen eigenen Völkern allein übernommen. Diese eigeneSchwächung seines Heeres zog ihm den Lohn seines Uebermuthes, wie gewöhn-lich, zu, indem er von den bis solange Fliehenden zurückgeschlagen wurde.Gewitzigter geworden, sammlete der Stiftsvoigt anderweit ein stärkeres Heer,zog mehrere Adeliche des Erzstifts Brennen an sich, überfiel die Besitzungenderer von Mandelsloh im Erzstifte, und nahm solche weg. Zwar versuchteHerzog Albert von Sachsen, als dermaliger Mitregent im Fürstenthum Lüne-burg, eine Diversion zu Gunsten der Bedrängten, nahm auch Achim undmehrere andere Ortschaften der Vogrei Langwedel ein. Allein dagegen fielendie Bremer in das Lüneburgsche, und verbrannten Walsrode. Ferner erobertensie Drakenburg und belagerten Twischensee, eine Burg, worauf Ulrich undWerner sich damals befunden haben. Die Gebrüder Behr hielten sich in dieserBurg nicht für sicher, steckten sie selbst in Brand, Und zogen bei Zeiten ab,womit denn dieser Krieg sein Ende genommen hat.

Wo Twischensee gelegen habe, und ob es eine ihrer eigenthümlichen Be-sitzungen gewesen seyn mag, hat bislang mit Gewißheit nicht ausgeforscht werdenkönnen. Man vermuthet, daß eines der jetzigen beiden Güter zu kleinenHäuslingen so benannt gewesen seyn mögte, und zwar dasjenige, was gegen-wärtig im Besitze des Herrn Obristlisutenant Behr sich befindet, indem solcheszwischen zwei vormaligen Seen belegen ist.

Die Tradition sagt, Ulrichs Gemahlin habe sich zur Zelt dieser Fluchthoch schwanger befunden, und wäre in einer dasigen Wildniß ohne Dach undFach glücklich entbunden worden.

Die große Rennersche Chronik habe ich nicht selbst gelesen, habe daherdie Geschichte nach den Überlieferungen des Mußhardt und Nathleff an denoft angeführten Orten, nach erzählt, bemerke aber, daß Rathleff die Zerstörungder Burgen Drakenburg und Twischensee erst nach einem zwischen dem Her-zoge Albert und dem Erzstifte Bremen jener Zeit geschlossenen Frieden setzt;Mußhardt hingegen dieses vor der Zerstörung geschlossen seyn sollenden Frie-dens gar nicht erwähne. Mir scheint es natürlicher, wenn der Friede erstnachher erfolgt, weil sonst Herzog Albert diejenigen hatte ihrem Schicksaleüberlassen haben müssen, zu deren Gunsten er doch den Krieg angefangenhaben soll. Die Chronik selbst kann hier nur allein Entscheidung geben.