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Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
Entstehung
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haben die Ursiner in Italien die Parthei der Guesphen genommen. Bei demso oft schwankenden Kriegsglücke, das bald dem Einen, bald dem Andern sichgünstig zeigt, sollen die Ursiner oftmals ans Noch Italien haben verlassenmüssen. Diese öfteren Auswanderungen sollen veranlaßt haben, daß mehrereGlieder der Familie sich im Auslande niedergelassen, und unter andern inFrankreich die Familie der von Berry, in Lothringen das Herzogthum Bar, inSachsen das Fürstenhaus Anhalt, und andere mehr begründet haben sollen.

Bekanntlich ist die Benennung der Guelphen und Gibbelinen erst im Jahre11^0 nach der Schlacht vor Winsberg zwischen Kaiser Conrad dem Drittenund dem Herzoge Welph von Baiern aufgekommen. Wenn also die ebenge-nannten aus der Familie der Ursiner in Italien abstammen sollende.FürstlichenHauser etwa schon früher vorhanden gewesen seyn mögten, mithin die Zeitord-uung einigen Zweifel gegen die Wahrheit der Behauptung erregen könnte: sodarf man sich doch dadurch nicht irre machen lassen. Einwurfe der Art erledi-gen zu wollen, würde gar zu weit führen. Man muß sie gar nicht beachten,weil sie gar zu weit vom Zwecke führen, und man dann die Folgerungen nichtmachen kann, die daraus herfließen müssen. Wer sich von den Gründen fürdie Erzählung überzeugen will, lese sie beim Pfeffinger am angeführten Orte.Man trifft sie auch in dem, durch die Güte eines verehrungswürdkgen Freun-des mir zur Einsicht mitgetheilt gewesenen historisch genealogischen Stammbaumder Neichsgräflichen Familie von Bar, der in groß Folio und Patentform ge-druckt, aber selten zu bekommen ist, an. Pfeffinger sowohl als dieser Stamm-baum stimmen fast wörtlich mit einander in obiger Erzählung überein, undaus der Ansicht ist nicht zu entscheiden, welches von beiden zuerst gedruckt,und aus dem andern entlehnt seyn mögte. Beide geben die Erzählungen zwarnicht als unbezweifelte Gewißheit au, sie geben sie aber doch für höchst wahr-scheinlich aus, und bauen darauf ihre Schlüsse. Wir sind nicht berufen, dar-über Untersuchungen anzustellen, wollen also zur Ursache der Wappenänderungzurückgehen.

In jenen Gibbelinen und Guelphen Fehden hat einst die Familie der Cä-sarini, die zur Gibbelinischen Parthei gehörte, einen von den Ursinern gefangengenommen, und diesen Vorfall für so merkwürdig gehalten, daß sie ihr altesin einem Lamme bestanden haben sollendes Wappen zur Seite gesetzt, und statt