IV
jemand alte Urkunden durchlesen. Aus dieser Rücksicht ist hin und wiederdie Geschichte der Tage des Einen oder Andern aus dem adelichen Ge-schlechte beigefügt. Ob es gelungen, dadurch dem Ganzen etwas Interessefür jemand, der auch nicht zur Familie gehört zu erwecken, darüber kannich nicht entscheiden. Für den Gelehrten sind es schon bekannte Dinge,und zu unwichtig, als daß man von mir glauben könnte, ich hatte durchsolche Einmischungen gelehrt scheinen wollen.
Demohngeachtet glaube ich doch dem eigentlichen Liebhaber der vater-landischen Geschichte etwas Neues durch die Erzählung der Art, wie dasSchloß Stellichte an die Behrsche Familie gekommen ist, gesagt zu haben.Denn meines Wissens hat bisher kein Schriftsteller diese Begebenheit inihrer Klarheit vorgetragen. Dieß ist also wenigstens ein Blümchen, dasden Geschichtsforscher bei Durchblatterung meines vorliegenden Versuchserfreuen wird, und das die Erfahrung bestätiget: in dem eckelhaftestenlangweiligsten Geschreibsel werde doch oftmals etwas gefunden, was diePlage, es durchgelesen zu haben, versüße. Eine Erfahrung, die sich selbstmir bei Bearbeitung dieses meines unvollkommenen Versuches sehr ofthat aufdringen müssen, indem ich alle Urkundensammlungen, die ich mirnur irgend verschaffen konnte, wenigstens durchsehen mußte, und, wennich gleich oftmals nichts zu diesen meinem Zwecke fand, so wurde ichdoch immer noch mit etwas Neuem von dem vielen, das ich noch nichtwußte, bereichert. Diese Bemerkung meiner eigenen Erfahrung ist aber