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1 (1881) Anhalt bis Bayern
Entstehung
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sich bei jeder neuen Sedisvacanz immer aufs Neue, bis endlich (s. oben) ein Vertragzwischen beiden Kurfürsten darüber zu Stande kam. Noch vor seinem Tode, welcher 168Öerfolgte, zog der König von Frankreich durch den Frieden von Nymwegen bedeutende Theileder Pfalz durch die ßeunionskammern ein.

Der Letzte der II. Kurlinie war Kurfürst Karl, genannt der Gerechte, welcher 1680succedirt, bereits am 16. Mai 1685 starb. Kurwürde und Kurlande fielen hierauf an dasHaus Zweibrücken, abstammend von dem jüngeren Sohne des Stifters des Hauses SimmernStefan (f 1459), Namens Ludwig der Schwarze (f 1489) und zwar an die, von seinesUrenkels Wolfgang (f 1569) älterem Sohne Philipp Ludwig (+ 1614) gestiftete ältere Liniezu Neuburg, speziell an des Letzteren Enkel Philipp Wilhelm, welcher somit der Stifterder III. Kurlinie wurde.

Sein Vater Wolfgang Wilhelm (f 1653) hatte, nach Aussterben der Herzöge vonBerg, die Anwartschaft auf die Herzogthümer Jülich, Cleve und Berg erhalten und war,nach längeren Streitigkeiten mit dem Kurfürsten von Brandenburg (1614 durch den Vertragvon Xanten) in ihren Besitz gelangt, welcher 1666 dem Kurfürsten Philipp Wilhelm bestätigtwurde); er hatte in Folge dessen, statt des bis dahin geführten PrädikatsFürstliche Gnaden",d. d. 5. Juni 1627 vom Kaiser das PrädikatDurchlaucht" erhalten.

Hinsichtlich der Erbschaft, der Kurwürde gerieth Letzterer mit'dem Pfalzgrafen LeopoldLudwig von Veldenz und Lautereck, welcher mit. dem i Kurfürsten Karl um einen Gradnäher verwandt war - , in Streit, welcher aber zu seinen Gunsten gelöst wurde.

König Ludwig XIV. von Frankreich machte ihm gleichfalls, in Folge der Vermählung derTochter des vorletzten Kurfürsten Karl Ludwig: Elisabeth Charlotte mit, dem Herzog Philippvon Orleans, die Pfalz streitig; in dem darauf ausgebrochenen Kriege erfolgte die bekanntevandalische Verwüstung der Pfalz durch Französische Truppen und besonders des Schlosseszu Heidelberg (am 16. Februar 1689). Philipp Wilhelm starb 1690: ihm folgte sein SohnJohann Wilhelm, welcher seine Residenz von Heidelberg nach Düsseldorf verlegte und nachKaiser Leopold I. Tode vom 18. April bis 22. Dezember 1711 das Rheinische Reichsvicariatausübte. Als am 29. September 1694 Leopold Ludwig, letzter Pfalzgraf von Veldenz-Lautereck, kinderlos gestorben war, entstand wegen des Antritts der . Erbschaft Streitzwischen der Kurlinie und der Linie Zweibriicken-Birkenfeld und Sulzbach. Erst 1734wurde ein Vergleich zwischen den contrahirenden Theilen endgiltig abgeschlossen.

Nachdem Kurfürst Maximilian Emanuel von Bayern in die Acht erklärt worden war, er-hielt Kurpfalz die verlorene Erztruchsesswürde (23. Juli 1708) und die Oberpfalz zurück; dochwurde beides 1714 dem restituirten Kurfürsten von Bayern vom Kaiser zurückgegeben.

Kurfürst Jobann Wilhelm starb 1716; ihm folgte, da er kinderlos, sein Bruder KarlPhilipp, welcher 1720 sein Hoflager nach Mannheim verlegte. Eine mit Preussen entstan-dene Streitigkeit wegen der Erbfolge in den Herzogthümern Jülich, Cleve und Berg wurdezu seinen Gunsten durch Vergleich vom 10. Februar 1742 entschieden, doch starb er,nachdem er noch, gemeinsam mit Kurfürst Carl Albrecht von Bayern (bis zu dessen am24. Januar 1742 erfolgter Wahl zum Deutschen Kaiser, dann bis zum 11. Februar ejd.allein) nach dem Tode Kaiser Carl VI. das Rheinische Reichsvicariat ausgeübt, schon am31. Dezember 1742 ohne Söhne und es gingen Kurlande und Kurwürde über auf dieNeben-Linie Sulzbach, gestiftet von Pfalzgraf August (+ 1632), dem jüngeren Sohne desobenerwähnten Pfalzgrafen Philipp Ludwig, Stifters der Linie Neuburg, dessen Sohn ChristianAugust mit seinem Vetter Philipp Wilhelm von der III. Kurlinie bereits d. d. 12. März1660 die Erhebung der Pfalz-Sulzbach'schen Aemter zu einemFürstenthum" vom Kaiserund allein d. d. Wien 5. Februar 1707, nebst allen ihm in der Regierung des HerzogthumsPfalz-Sulzbach folgenden Leibeserben, das PrädicatDurchlaucht" erhalten hatte. Erbe derKurwürde war des Letzteren Urenkel Pfalzgraf Carl Theodor, welcher somit, alle Kurpfälzi-schen und Jülich-Cleve-Berg'schen Lande vereinte, vom 20. .Januar bis 4. October 1745nach Kaiser Karls VII. Tode (zu gleicher Zeit mit Maximilian III. Joseph) für die Pfalzdas Reichsvicariat ausübte und 1777 auch, wie oben gezeigt, in Kurbayern succedirte.Hierauf trat der Kurfürst, wie dies bereits im Westfälischen Frieden bestimmt war, in dieehemalige alte fünfte Stelle im Kurfürsten-Collegiura und in das Erztruchsessenamt wieder einund die nun erledigte (bisher Kurpfälzische) achte Kurstelle mit dem Erzschatzmeisteramtwurde dem Hause Bräunschweig-Lüneburg übertragen. Kurfürst Karl Theodor gerieth mit,dem Kaiser wegen dessen Erbansprüche auf Niederbayern in Streit, welcher erst durch denFrieden von Teschen am 13. Mai 1779 beendet ward, wodurch Oesterreich das sogenannteInnviertel mit Braunau erhielt.

Jedoch auch Kurfürst Karl Theodor, welcher noch (nach dem Tode Kaiser Josephs H.)vom 20. Februar bis 9. October 1790 und (nach dem Tode Kaiser Leopolds IL) vom 1. Märzbis 13. Jrdi 1792 das Rheinische Reichsvicariat ausgeübt hatte, lünterliess keine successions-fähige Descendenz, und so fiel denn bei seinem am 16. Februar 1799 erfolgten Tode dieKurwürde von Pfalzbayern mit allen Landen an die Linie Birkenfeld-Zweibriicken, gestiftet