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1 (1881) Anhalt bis Bayern
Entstehung
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VORWORT.

Je älter, vornehmer und zahlreicher eine Adelscorporation in einem Lande ist, destoeher pflegt der Umstand einzutreten, dass sich Forscher finden, welche über die Geschichteund Versippung der einzelnen Geschlechter dieses Adels Notizen sammeln und dieselben,wenn sie zu einem gewissen Abschluss gediehen, weiteren Kreisen durch den Druck zu-gänglich machen.

So hat denn auch Hund in seinem vortrefflichen Stammbuch eine Geschichte desureingeborenen Bayerischen Adels geliefert, wie sie besser kaum gefunden werden dürfte.Später hat Einzinger v. Sinzing seinen Bayerischen Low edirt, ein Werk, was eben-falls sich nur mit der Geschichte der Bayerischen Turnierer beschäftigt, d. h. derjenigenAdelsgeschlechter, welche dem Uradel, dem zur Zeit der Turniere bereits der Eintritt indieSchranken" verstattet war, angehörten. Letzteres Werk, obwol an mancherlei kleinenFehlern und Schwächen leidend, bildet vereint mit dem Hund'sehen immerhin werthvollstesMaterial.

Ausser dem Uradel giebt es aber bekanntlich noch den sogenannten Briefadel,zu welchem diejenigen Adelsgeschlechter zählen, welche ihr Adelsprädikat einem förmlichenAdels-Diplom oder, wie das in älterer Zeit in Bayern vielfach Sitte war, einem einfachenlandesherrlichen Decret, wonach Der und Jener alsadlig ausgeschrieben" wurde, verdanken.

Ueber diese unzähligen, allerdings zum grössten Theile wieder erloschenen, brief-adligen Geschlechter Bayerns und der Pfalz, denen ihre Diplome theils vom Kaiser oder grösserenHofpfalzgrafen verliehen und dann von den betreffenden Landesherrenausgeschrieben" fan-erkannt) worden sind, theils aber den Herzögen und Kurfürsten von Bayern und der Pfalzund den Königen von Bayern, sowohl in Folge ihrer landesherrlichen Machtvollkommenheit,als auch bei Gelegenheit ihrer Stellung als Vertreter des Kaisers innerhalb der Reichs-vicariate (Sedisvacanzen) ihre Standeserhöhung verdanken, existirt bis jetzt absolut Nichts,ausgenommen das verschwindend Wenige, was Karl Heinrich Ritter von Lang, seinerzeit.Vorstand des Königlich Bayerischen Reichsheroldenamts, publizirt hat. Abgesehen davon,dass das von diesem Herrn publizirteAdelsbuch des Königreichs Bayern", München 1815,mit Supplement de anno 1820, von unzähligen Druck- und anderen Fehlern wimmelt, derenBerichtigung aus den Originalakten des Königlichen Reichsheroldenamts in München mirunsagbare Mühe gemacht hat. enthält dasselbe nur die, zu jener Zeit in die KöniglichBayerische Adelsmatrikel reeipirten A d elsgescjhl echter und befasst sich mit anderen,speziell mit erloschenen Geschlechtern überhaupt gar nicht.

Es dürfte aber doch wol keinem Zweifel unterliegen, dass zur Herstellung einesmöglichst getreuen Bildes der Regenten- und Landesgeschichte Bayerns und der Pfalz, mitHinblick auf die Adelsgeschlechter, es ebenso unumgänglich nöthig, als interessant ist, sichNachrichten auch über diese zahlreichen, zum Theil mit jener Geschichte eng verflochtenenerloschenen Familien des Briefadels zu verschaffen, dass ferner für die Adels-Statistik, dieSittengeschichte und die Landeskunde eine Zusammenstellung aller, sowohl von den Landes-fürsten ertheilten, als auch von ihnen anerkannten Standeserhöhungen im Laufe der letztendrei Jahrhunderte, von entschiedenem Nutzen sein muss.

Ein derartiges Werk zu schaffen, ist mir, der ich seit langen Jahren auf dem Feldeder Adelsgeschichte thätig war, daher sehr wohl die grossen Mängel unserer Deutschen Adels-lexika kenne, eine Lieblings-Aufgabe gewesen, welche zu lösen ich, nahezu 6 Jahre lang, wederMühe noch Arbeit, noch Reisen und Kosten gescheut habe. Vornehmlich war es mir darumzu thun, absolut Authentisches zu erhalten und nur aus den amtlichen Quellen,d. h. den Adelsacten des Königlich Bayerischen Reichsherolden-Amts in München, sowiedenen des k. k. Ministeriums des Innern in Wien und des Grossherzoglich Badisehen Ge-heimen Staatsarchivs zu Karlsruhe, zu schöpfen.

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