Die mittelalterlichen palläste Roms, ausgenommen derAalazzovenezia, an welchem einige Renaissancewappen sichtbar sind, habenalle Bauten einer späteren Zeit, namentlich der Barockperiode,weichen müssen. Unter den wenigen früh-mittelalterlichen Wappen inRom sind einige schöne Darstellungen in Glasmosaik aus dem^3. Jahrhundert in Sta. Maria Maggiore und Sta. Maria inÄra (Loeli, sowie aus der Umgegend Roms ein Wappen,welches sich einsam in der Gampagna an dem berühmten Grab-male der Gecilia Metella findet, letzteres wurde im oder
Jahrhundert mit einer Zinnenkrönung versehen und dienteals Mittelpunkt einer Burganlage.
Wenn ein Freund der Heraldik den gegenwärtigen Zustandderselben in Italien betrachtet, wie er sich aus modernen Siegeln,Wappenbüchern, und namentlich den unzähligen wappenge-schmückten Marmormonumenten auf Friedhöfen darstellt, so kannderselbe, besonders wenn er gleichzeitig ein warmer Freund desschönen, für die Kultur- und Kunstentwickelung so hochwichtigenLandes ist, nur eine baldige und gründliche Regeneration dernationalen Heraldik wünschen.
Wir möchten hier die Erhaltung nationaler Eigenart ganzbesonders betonen. Diese ist historisch entstanden und hat ihrgutes unbestreitbares Recht. Sie zeigt eine Blüthe, der leiderimmer auch ein Verfall folgt, bewahrt aber ihre Lebenskraftund Existenzberechtigung, so lange sie im Stande ist, aus sichselbst heraus neue Blüthen zu treiben.
In diesem Sinne muß eine Regeneration der Heraldik an-gestrebt werden, indem die im Lause der Zeit durch Mißver-stand, Geschmacksverirrung und flüchtige Modelaune entstandenenFormenverschlechterungen in organischer Weise, einer früherenBlütheperiode entsprechend, zurückzubilden sind.
Nie darf es sich bei derartigen Bestrebungen um eineBeseitigung der begründeten nationalen Eigenthümlichkeiten durchAnnahme aus fremdem Boden gewachsener Formen handelnd)
i) Die neuerdings, namentlich bei Baukünstlern, beliebte Anwendungitalienischer oder diesen ähnlicher Schildformen für deutsche Mappen, wo-durch letztere immerverzerrterscheinen, istdaher ebenso wenigzubilligen, wieeine Verwerthung rein deutscher Formen für die italienische Wappenkunst.
Die Freiheit künstlerischen Beliebens ist gegenüber den eigenartigenGestaltungen der Heraldik eine nothwendiger Meise beschränkte und
t93