der an hervorragenden Denkmälern überaus reichen Kirche vonSta. (Lroce.
Unter Florentiner Einfluß sind auch die sehr bemerkens-werthen, bereits erwähnten Wappenmalereien im palazzo Pretoriazu Pistoja entstanden.
Wollte man ein Verzeichniß der heraldisch interessantenOrte Italiens zusammenstellen, so würde dies ein ziemlich voll-ständiges Verzeichniß sämmtlicher einigermaßen namhafter Städtedes Landes sein.
Wer würde z. B. in Nimini heraldische Schätze ersten Rangesvermuthen? Aber ein Blick aus die beigegebene Abbildung (Fig. (2)des daselbst auf einem prächtigen Grabmale befindlichen Wappensder Malatesta, welche wir der Künstlerhand unseres ProfessorDöpler jr. zu danken haben, zeigt eine Genialität der Kompositionaus der besten Renaissancezeit, wie sie kaum übertroffen dasteht.
Zn manchen großen Städten findet man dagegen seinedurch Florenz, Venedig, Genua, Bologna, Verona und anderehoch gespannten Erwartungen einigermaßen enttäuscht, so inMailand, padua, wo die in der Universität gemalten zahllosenWappen dort ehemals graduirter Studirender nur minder-wertige Darstellungen enthalten, Neapel und besonders in Rom.
Was Rom betrifft, so wird dieser Umstand zunächst dadurcherklärlich, daß die „ewige Stadt" im eigentlichen Mittelalternicht zu den Blüthestätten italienischer Kunst gehörte; daß unauf-hörliche Kämpfe und Zerstörungen sie in dieser Zeit heimsuchtenund namentlich, daß die Werke der Renaissancezeit in derfolgenden Periode des Barockstils in Rom mehr, als in eineranderen Stadt, durch Umbauten der Kirchen und palläste in bar-barischer Weise verwüstet wurden. So begegnen wir hier ver-hältnißmäßig nur selten Denkmälern aus der Blüthezeit derHeraldiki), desto häufiger freilich den schwerfällig pomphaftenWappengebilden der Verfallzeit.
Bis zum Ueberdruß wiederholen sich an Kirchen, pallästenund öffentlichen Gebäuden die verschiedenen päpstischen Wappen;denn jedes Kirchenoberhaupt jener Zeit suchte das seinige inausgiebigster Weise zur Geltung zu bringen.
') Schöne Wappen aus dem ^5. Jahrhundert finden sich u. A. inder Kirche Sta. Maria del Poxolo.