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Festschrift zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des Vereins für Wappen-, Siegel- und Familienkunde "Herold"
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Heraldische Sitten und Unsitten.

von L. K. Graf zu LeiningeN'Desterburg,

preußischer Rittmeister a. D.

enn man als Freund und Renner der Wappen-kunde heutzutage oftmals Gelegenheit hat, vonPersonen, welche sich in heraldischen Nöthenbefinden, um Rath und Hülfe angegangen zuwerden, so erkennt man allgemein, daß jetzteinerseits ein im Vergleich zum Anfang unseres Jahrhundertsviel regeres Streben herrscht, sich und sein Heim mit heraldischemSchmuck zu umgeben, daß aber auch andrerseits eine große Un-kenntniß heraldischer Regeln und eine arge Zerfahrenheit inAllem herrscht, was Wappenstil und -geschmack anbelangt.

Vergleicht man Wappen irgend welcher Art aus der Zeitvon ^800—^87^ mit denen, welche nach der glorreichen Wieder-aufrichtung des Deutschen Reiches entstanden sind, so wird auchmancher Lme selbst unbewußt erkennen, daß auch auf dem Ge-biete der Heraldik Vieles besser geworden ist! Das hängt damitzusammen, daß man in der Zeit der „Renaissance" des ^9- Jahr-hunderts zum guten Theil des Alten zurückgriff, gute alteMuster kopirte und sich dadurch wieder den verloren gegangenenfeineren Geschmack anfühlte und angewöhnte. Zch meine hierunter „Renaissance des ^9. Jahrhunderts" nicht den zumeist nach-geahmten Renaissancestil des ^5.-^6., sondern die „Wiedergeburt"

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