ins Auge gefaßt worden sind, theils in der Zukunft erst noch zulösen sein werden.
Die Ahnentafel hat vermöge ihrer rechtlichen und gesell-schaftlichen Bedeutung stets ihre Freunde gehabt und eine An-zahl der alleredelsten und gelehrtesten Männer haben sich auchaus rein wissenschaftlichem Interesse mit ihr beschäftigt. In denletzten Dezennien ist sie nicht zum Nutzen der Wissenschaft allzu-sehr vernachlässigt worden.
Einer der geistvollsten und gelehrtesten, leider kaum entferntin ihrer Bedeutung für die historisch-genealogischen Wissen-schaften anerkannten Forscher, Friedrich Theodor Richterhat indessen auch der Ahnentafel seine volle Aufmerksamkeit zu-gewendet und in der von ihm besorgten Ausgabe der alten,geschätzten Gertelschen „Genealogischen Tafeln" einer Beob-achtung Ausdruck gegeben, die das Problem, um welches sichdie gesammte Ahnenfrage dreht, nach allen Richtungen hindeutlich bezeichnet. Es sei gestattet, die ganze BetrachtungRichters hier wörtlich zu wiederholen, da es nicht leicht wäre,den Leser kürzer und sachlicher auf diejenigen Punkte auf-merksam zu machen, denen die folgenden Blätter vorzugsweisegewidmet sein wollen. „Jedermann", sagt Richter, „hat Eltern,Großeltern, Urgroßeltern u. s. w., aber nicht Jedermann ist mitRindern, Enkeln, Urenkeln u. s. w. gesegnet, und hierdurch be-stimmt sich in der Betrachtungsweise der Unterschied zwischenVorfahren und Nachkommen. Im Allgemeinen werden die Vor-fahren unter der Benennung „Ahnen" begriffen und dazu allePersonen einer Familie gerechnet, wenn auch irgend Jemandnicht in gerader Linie von einer genannten Person abstammensollte. Dagegen versteht man im diplomatischen oder sozusagen„stiftsfähigen" Sinne unter Ahnen alle einer bestimmten Ge-schlechtsreihe angehörende Personen. Man spricht dann von2, H, 8, ^6, 32 Ahnen und so fort. Vollkommen und tadellosist eine Ahnenreihe von 32 Personen, wie sie z. B. bei Anwart-schaft auf Stiftsstellen „aufbeschworen" werden mußte, wenn sie32 verschiedene Personen enthält und von ihnen keine doppeltvorkommt, keine etwa schon in der vorhergehenden Ahnenreihevon ^6 Personen genannt ist. Jede Vermählung in der Ver-wandtschaft verkürzt die Zahl der Ahnen, und so darf es nichtWunder nehmen, daß die Reihen von oder 32 Ahnen selten
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