fundamentes von Andernacli ist graubraun und steinhart ge-bacfcen. Er zeigt die beim Drehen entstehenden, bei denrnerovingisch- und den frühkarlingisch-fränkischen, sowie den rö-mischen Gelassen meist nur in der Innenseite sichtbarenSpiralriffelungen oder Gurtfurchen, und die ersten Spureneines wellenförmig ausgebogenen Standringes. Dieser, von mir(vgl. Westd. Zschr. a. a. 0.) als „Wellenplatte" bezeichneteGefässfuss ist ein ausserordentlich charakteristisches Tren-nungszeichen der friihkarlingischen Gefässe von denjenigender spätkarlingischen und nachfolgenden Zeit des Mitteltalters;denn die Wellenplatte fehlt in der friihkarlingischen undder dieser vorausgegangenen Zeit. Es ist zu berücksich-tigen, dass die ältere x Wellenplatte scharf gerundete Rand-ausbiegungen hat, während die späteren gewölbt erscheinen.Eigentümlich ist der überaus rohe, unten weite, oben eingeengteWellenfusstopf Taf. XXI, Fig. 12 von blaugrauer Farbe, mitbreiten von dem oberen Rande ausgehenden, flachen Henkeln.In der Meckenheimer Töpferei und ebenso in der von Neukerkfanden sich die Taf. XXI, Fig. 10a abgebildeten graublauensteinharten Randstücke mit Ausguss. Dieselben gleichen nochsehr den schon in merovingischen Gräbern vorkommenden,doch nicht so hartgebackenen Töpfen. Auch in der Orna-mentation herrscht im Ganzen Uebereinstinnnung, wie die ver-zierte, aus der Meckenheimer Töpferei stammende SeherbeTaf. XXI, Fig. 11 zeigt, aber selten ist bei den merovingi-schen Getässen die Gcfässwand so steinhart, wie bei denGebilden der Meckenheimer Scherbenberge. Der nahe Zu-sammenhang, in dem alle diese Gefässe des AndernacherBaufundamentes mit denjenigen der Mcckenheirner Brandschichtstehen, wird auch noch durch die Thatsache unterstützt, dassdie Taf. XXI, Fig. 11 abgebildete Scherbe aus Bonn in Formund Technik mit dem Wellenfuss-Ausgusstopfe Taf. XXI,Fig. 10 identisch ist, aber in der Schmuckweise, durch ihremit quadratischen Grübchen versehenen Reliefbänder, überein-stimmt mit den Reliefschmuckamphoren von Neuss und denin der Meckenheimer Brandschicht gefundenen Bruchstückenvon solchen (Taf. XXI, 1).
Druckschrift
Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Seite
143
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