Druckschrift 
Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
126
Einzelbild herunterladen
 

grauschwarze Farbe und dieselbe Art des Brandes, die kein sohartes Backwerk hervorrief wie die merovingisclien Gefässe. nochweniger so steinhart gebackene wie die karlingisch-fränkischen,hat der abgebildete Wiesbadener Henkelkrug aufzuweisen.Die Verzierungen bestehen aus kleinen quadratischen Grübchenund zeigen horizontale und in Zickzack gestellte Linien.Unter den härter gebackenen fränkischen Gefässen finden sichähnliche Henkelkrüge.

6. Taf. XIX, Fig. 21, besondere Gefässformenmit Henkeln, Henkelknäufen, Nasen u. s. w. Einmerkwürdiges Gefäss, das sich im Bonner Provinziahnuseumals Fundstück der Gegend von Castell bei Mainz verzeichnetfindet, ist das unter Fig. 21 verzeichnete. Es hat eine grau-schwarze Farbe und ist ziemlich hart gebacken, doch ähnlichden spätrömischen germanischen. Die Henkelformen erinnerndurch ihre flachen Knäufe sehr an das von Voss undStirn ming, Vorgesch. Altert, aus d. M. Brandenb. Abt. VI,Taf. 1, Fig. 2 abgebildete germanische Gefäss der letztenrömischen Kaiserzeit. Unter den von Voss abgebildetenGefässen sind auch solche mit runden Warzen oder Henkel-knäufen, bald mit einem Henkelknauf, bald mit drei Henkel-knäufen, doch keines, das deren zwei zeigt. Häufig findensich bei den Brandenburger germanischen Gefässen spätrömi-scher Zeit noch nasenförmige Ansätze. Auf dem in der Ein-leitung zu dieser Abteilung genannten Urnenfriedhof bei Stadefanden sich Gefässe, welche in der Mitte der Bauchung eineganze Reihe solcher Nasen haben, während die übrigen Gefässeden Wiesbadener Gefässen Taf. XIX, Fig. 17 und 18 gleichen,und denjenigen des Urnenfriedhofes bei Rebensdorf (vgl.Undset, Eisen in Nordeuropa a. a. 0. S. 295 u. Taf. XXVI,Fig. 11 u. 12, sowie Taf. XXVII, Fig. 20). Bei Quelkhornin der Umgegend von Stade wurden auf einem Gräberfelde derletzten römischen Zeit (vgl. Undset a. a. 0. S. 296 u. Taf.XXVII,Fig. 19) auch Gefässe gefunden, die in der Form den fränki-schen Bechern Taf. XX, Fig. 10 gleichen und in der Mitteder eckigen Bauchung runde Warzen und darüber Nasen auf--weisen. Etwas oberhalb sieht man runde eingedrückte Tupfen,