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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
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die zum Teil zweifellos eine symbolische Bedeutung- haben,so eine im Bonner Provinzial-Museum befindliche, welche ausder Universitätssammlung herstammt. Nach dem Munde desGesichtes, der ein Kügelchen hält, zielen nämlich zwei aufge-richtete Phalli, offenbar eine Anspielung auf das Leben,welches aus dem Samen keimt. Noch mehr als solche Ge-sichter, nach welchen diese Töpfe geradezuGesichtsurnen"genannt wurden, zeigen solche Gefässe mehr oder wenigerreichen Schmuck aus aufgeträufeltem Thonschlamm von ver-schiedener Färbung; besonders häufig sind Epheublätter, Ringe,Ranken und Schuppen in mannigfaltiger Abwechslung. Esfindet sich diese Art von Gefässen in allen Grössen, von dergrossen Urnenform bis zu der des kleinen Trinkbechers(Taf. XII, 811). In Gräbern der Flavierzeit verliert sichdie ältere Art von Gefässen, bis sie in denjenigen der Anto-ninen- und späteren Zeit völlig fehlt. Dahingegen hat sichdie Form mit geschweiftem Bauche, soweit ich sehen kann,ohne den reichen Reliefschmuck noch bis in die spätere Zeitder Römerherrschaft erhalten; es blieb nur das menschlicheAntlitz, aber in sehr roher Art. Auch ist die Profilirungdes oberen Randes etwas anders, wie Taf. XV, Fig. 2 zeigt.

e. Rauhwandige Becher, Taf. XII, 811, stimmenin der Technik, Form und im Schmuck mit d und e fiberein;sie sind auch in der Zeitstellung mit diesen gleich zu stellen.Eigenartig ist der Becher XII, 8, da derselbe tiefe Ein-bauchungen hat: jede derselben trägt in der Mitte einen auf-getragenen Stachel und es sind solche Stachel auch in regel-mässig wiederkehrender Anordnung in der Umgebung der Ein-bauchungen verteilt. Es finden sich ähnliche Gefässe auch ohneEinbauchungen, manchmal von blauschwarzer Farbe; auchweisse dieses Typus kommen vor. Manchmal sind die Stachelnicht aufgetragen, sondern von Innen herausgedrückt. InGräbern der ersten Kaiserzeit fand ich diese Art von Gefässenhäufig, wohingegegen sie in solchen der mittleren und späterenKaiserzeit nicht angetroffen wurde.

10. Taf. XII, Fig. 1225. Gefässe mit stumpfem,farbigen Ueberzuge, sind in drei Arten einzuteilen: