Druckschrift 
Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

30

wurde, hat Gurtlinien von Verzierungen, die in Rautenformeingeschnitten sind; auch diese sind mit weisser Farbe aus-gefüllt. Tischler bemerkt (Festschr. d. phys.-ökon. Ges.in Königsb. in Pr. zur Feier ihres hundertjährigen Bestehensam 22. Febr. 1890. S. 7 und 8), wie mir scheint mit Recht,dass wahrscheinlich alle, nach so verschiedenen Methoden(Strichen, Schnurornament) gekerbten Linien in den verschie-denen Perioden der Steinzeit weiss ausgefüllt waren, wenn-gleich doch meist die Füllung schon ausgefallen sei. Ein drittesim Mainzer Museum ausgestelltes Getass zeigt Gurtreihen, dieaus kleinen quadratischen Grübchen wie Taf. ITT, Fig. 16 zusam-mengesetzt sind. Zwei weitere ebendaselbst befindliche ge-schweifte Becher weichen, wie Taf. III, Fig. 6 zeigt, in demoberen Randprofil von den bisher besprochenen Formen etwasab. Auch in der Ornamentik sind insofern Unterschiede zuverzeichnen, als sämmtliche Einzelheiten in der Form vonFig. 17 unregelmässig eingestochen sind. Ein ähnliches Gc-fäss besitzt das Bonner Provinzial-Museum, dessen Fundstellenicht näher bekannt ist.

3. C y 1 i n d ri s c h e Becher. Ausser den vorbeschrie-benen zwei Gefässarten wurde in dem Wiesbadener Grabhügelkeine Form angetroffen. Aber aus der Gegend von Andernachstammt der auch anderwärts bei Gefässen dieser Art angetroffenecylindrische Becher Taf. II, Fig. 7. Derselbe hat 5 mm Dicke,ziemlich gut gebackene Wände; sie sind jedoch nicht klingend;der Thon ist im Innern geschwärzt, nach Aussen braunrötlich,stellenweise geht er in das Schwarzgraue über. Die Orna-mentik besteht wieder aus Reihen scharfeingedrückter Quadrat-punktverzierungen wie Taf. III, Fig. 16. Einen ähnlichen Becher,aber ohne Verzierungen, aus stark mit 5 mm dicken Quarz-stückchen vermischtem Thon besitzt das Wiesbadener Museumaus einem durch einen Steinkreis oder eine Trockenmauer ein-gefriedigten Hügelgrabe mit Brandresten, das in den Sonnen-burger Fichten bei Wiesbaden gefunden wurde (v. Cohausen,Ann. f. Nass. Gesch. u. Altertumsk. B. XV. Taf. XI. Fig. 5.).

4. Schalen. Die Taf. III, Fig. 8 abgebildete Schalemit Füssen am Boden, zwischen denen eine Art von Schnur-