Erdhügel, welcher als Kern eine ans schweren Steinplattenzusammengesetzte Kammer birgt. Auf den inneren Wändendes Totenhauses sieht man zwischen teppichartigen Ornament-mustern Rüstungsteile eines Kriegers: Köcher mit Pfeilbündel(das nach Klopfleisch's Angabe Gestreifte des Köchers ist,nach Ansicht des Aegyptologen Prof. W i.edemann ein BündelPfeile), Bogen, Gürtel, Harpune (das von Klopf] eise h alsBogenspanner bezeichnete Instrument ist nach W i e d e 111 a n neine Harpune, der Haken vorne stellt den Widerhaken dar),Schild und eine Hammeraxt, welche völlig mit der durchauseigenartig geformten des Wiesbadener Hügelgrabes überein-stimmt. Eine solche Steinaxt wurde auch nebst Gefässen, diedenjenigen der Wiesbadener Totenwohnung gleichen, in demGrabe selbst gefunden. Zu einer Beurteilung dieser, höchsteigenartigen Culturerscheinung ist deren räumliche Verbreitungzu beachten. Am ausführlichsten berichtet darüber mein ver-storbener Freund Dr. Tischler (Beitr. z. Kenntn. d. -Stein/-,in Ostpreussen. Schrift, d. phys.-ök. Gesellsch. i. Königsberg.Jahrg. XXIV, 1883, S. 112—llö; ebend. XXIX). Darnachsind die schnurverzierten geschweiften Becher gefunden inPommern, dann auf der Kurischen Nehrung, zu Dobberpfuhlbei Bobbin, Duchow bei Jasende, Wulkow bei Stargardt (mitBernsteinlinsen), Bodenberg am Dammschen See, zu Rethminbei Colberg. Weiter westlich konnten sie der Küste entlangnicht verfolgt werden. Für die grossen Steinkammern derHügel Thüringens sind die schnurverzierten Gefässe wiedercharakteristisch. Vereinzelt tritt das Schnurornament in denkugawischen Gräbern auf. In Posen ist das Ornament nochmehrfach vertreten, so auch auf einer Insel des PrimenterSee's (neben einem geschlagenen Feuersteinsplitter). Tischlervermutet (a. a. 0.), dass sich vielleicht eine Verbindungszonedurchs Binnenland bis nach Thüringen hinziehe. Voss (Verh.d. Berk Gesellsch. f. Antlirop. 1877 p. 302 ff.) hat eineMenge aus Hinterpommern zusammengestellt; sie reichen bisins Gouvernement Perm in Russland (Voss und Stimming,Vorgesch. Alt. aus d. M. Brandenb., S. 5). In Mecklenburg,Schleswig-Holstein, Schweden, Hannover scheint die Schnur-
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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
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