trachtet wird; es sind lokale Erweiterungen der Spalten durchdas von oben her in die Schichtenfugen dringende Gebirgs-und Tagewasser (v. Dechen, Beitrag zur Mtillenhof'sehenStatistik des Reg.-Bczirkes Düsseldorf, Bd. I, S. 106; Fulil-rott im Correspondenzbl. d. Naturh. Vereins für die Rheinl.u. Westf. Nr. 1, S. 62 ff.); sie haben auf demselben Wegeauch ihre Ausfüllung erhalten (Fuhlrott a. a. 0.). Erst alsder Düsselbach, ehemals ein reissender Gebirgsstrom, dieSchiehtenfügen quer durchschnitten hatte, wurden diese oderdie gerade berührten Höhlen nach dem Düsselbette zu geöff-net; andere Höhlen sind erst später, nachdem der Diissel-spiegcl längst unterhalb der heutigen Höhle lag, geöffnet wor-den, durch den fortwährend zerstörend wirkenden Temperatur-einfluss. Daher bergen die durch die Dössel geöffnetenHöhlen Spuren von den oberhalb anstehenden Gebirgsarten,also Düsselgeschiebe; die später blossgelegten haben in derRegel nur das von dem Gebirgskamme her in die Schichten-fugen eingedrungene ältere Geschiebe, die in der Höhle selbstabgebröckelten Wandteile und den von den Höhlenverwitte-rungen herstammenden Lclun aufzuweisen. Die Masse, welchedie Gebeine des dolichokeplialen Menschen einschloss, enthielt,wie Dr. Fuhlrott, ein scharfsinniger, vorurteilsfreier Augen-zeuge der geologischen Verhältnisse der Fundstelle, ausdrück-lich hervorhebt (a. a. 0.) „kein Geschiebe aus den devonischenGebirgen, welchen das Flussgebict des Düsselbaclies angehört;sie war aber mit kieseligen und hornsteinartigen Rollsteinengemengt". Solche Gesehiebemassen sind nach v. Dechen(a. a. 0.) für diese Lokalität im Allgemeinen älter als die dor-tigen Diluvialschichten und werden noch den jüngeren tertiärenBraunkohlenformationen angehören; sie lassen es zum Teil —so wohl auch hier — wenigstens zweifelhaft erseheinen, ob siezu dieser oder jener Abteilung zu rechnen sind (v. Dechena. a. 0. S. 183, 186, 187). In Belgien wurden jedenfalls zweimenschliche Skelette vom Typus des Neanderthalers vor derHöhle von Beche aux Roches bei Spy gefunden (Fraipontu. Lohest, La race humaine de Ncanderthal ou de Canstadten Belgique, Gand, 1887), 14,50 m über dem Flussbett der
Druckschrift
Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Seite
4
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten