JoachimFreili. V.R. —Altes, aus Westphalenstammendes, schon im An-fange des 14. Jahrh., um welche Zeit der Stifter des jetzigen gräflichenHauses um Marienburg begütert war, vorgekommenes Adelsgeschlecht.Von den Gütern dieses Ahnherrn breitete sich das Geschlecht weiteraus, erwarb grösseren Besitz, namentlich um Danzig und Thorn undLucas R. in Thorn erhielt 1552 das Indigenat im Kgr. Polen, so wieden polnischen Adel und wurde dem alten Stamm Pomian einverleibt.Sprossen des Geschlechts leisteten später dem kaiserlichen Hofe inCivil- und Militairstellen wichtige und treue Dienste und als Felix v. R.vomK. Ferdinand II. zum kaiserl. Geh.-Rathe ernannt wurde, bestätigteLetzterer den 1625 vom Könige Sigismund III. in Polen bezeugtenAdel der Familie. Johann Heinrich v. R. erhielt 21 Nov. 1780 denpolnischen Freiherrnstand und zwar mit seinem Bruder, Carl Jo-achim v. R. Beide Brüder brachten dann. wie oben angegeben,den Grafenstand in die Familie. Graf Johann Heinrich, königl. pol-nischer Kämmerer und kursächsischer Geh.-Rath, besass in Sachsenund Polen ansehnliche Güter, in deren Besitz, da derselbe kinder-los starb, drei Söhne seines Bruders, des Grafen Carl Joachim,folgten. Von diesen Gebrüdern setzte der Aeltere, Graf Carl Heinrich,gest. 1816, Herr auf Hof mit Raitzen bei Oschatz, k. sächs. Rittmeisterin d. A., verm. mit Friederike Caroline v. Peyer (aus dem alten schwei-zerischen Adelsgeschlechte der Peyer am Hof im Canton Schaffhausen),gest. 1819, den Stamm fort. Aus seiner Ehe entsprossten, nebeneiner Tochter, Grf. Mathilde, geb. 1804, verm. mit Maximilian Freih.v. Mandelslohe, k. sächs. Generalmajor, zwei Söhne, die Grafen Gu-stav und Eduard. Graf Gustav, geb. 1805, Major im fürstl. reuss.Infanteriebataillon , vermählte sich mit Marie Freiin v. Schrottenberg,geb. 1812 und gest. 1862, aus welcher Ehe ein Sohn stammt, GrafAlphons, geb. 1835, k. k. Hauptmann. Graf Eduard, geb. 1809, istvermählt mit Caroline Grf. Esterhazy. geb. 1816. — Die Reichsgra-fen Rüdiger sind ganz verschieden von den in Russland und Polen vor-kommenden Grafen v. Rüdiger, welche das Wappen, wie folgt, führen:Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber drei schräglinke, blaueBalken, und links in Roth ein unten aus der rechten Hälfte aus einergoldenen Krone hervorgehender, silbern geharnischter Arm, in derHand eine nach links gewendete, goldene Spange haltend. Nach Ab-drücken von Petschaften der Familie. — Ans den adeligen Linien desGeschlechts haben Sprossen in k. preuss. Militair- und Civildienstengestanden.
N. Pr. A.-L. IV. S. 138. — Deutsche- Grafenh. d. Gegenw. II. S. 316 —18. - Freih.v. Ledebur , II. S. 322. — Geneal. Taschenb.. d. gräfl. Häuser, 1864, S. 717 und histor.Handbuch zu Demselben, S. 797. — W.-B. d. Sachs. Staaten, III. 6.
Rüdigersdorf. Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, aus dem gleich-namigen Stammsitze, welchen der Ahnherr der Familie, Rüdiger, er-baut hatte. Der Stamm besass die Erbvoigtei in der Stadt Hirschberg,sass zu Jejanowitz und Gross-Hartau, und blühte bis 1570 fort, woderselbe mit Balthasar v. Rüdigersdorf erlosch. Die Güter kamen andie Familie v. Tielisch. — Ein im Meissenschen vorgekommenes, altesGeschlecht, dessen Stammsitz das Gut Rüdigsdorf unweit Borna war.