Ossa. Ein im 16. Jahrhunderte zu dein meissenschen Adel gehö-rendes Geschlecht, welches Knauth irrthümlich von der alten ineissen-sclien Familie Nossen oder Nussin ableitet, während Andere den Ur-sprung von einer elsassischen, zu Neuweiler und Hagenow gesessenenFamilie annehmen, doch ist letztere wohl mit Rudolph v. Ossa, welchersich im 30jährigen Kriege als kaiserlicher Oberst auszeichnete, ausMeissen nach dem Elass gekommen. — Als Stammhaus wird Ossa beiGeithain genannt, welches noch 1560 Wolf v. Ossa besass, dann aberan die v. Kommerstädt kam. Um dieselbe Zeit lebten auch GeorgeHeinrich v. 0., kursächs. Rittmeister, und Melchior v. 0., Herr aufFrauenfels. Letzterer, J. U. D. und, nachdem er bis zum 23. Jahrein Kriegsdiensten gestanden, Professor zu Leipzig, wurde vom HerzogeGeorg zu Sachsen an seinen Hof nach Dresden berufen und als Rathin wichtigen Angelegenheiten verwendet. Nach dem Tode des HerzogsGeorg wurde er kursächs. Kanzler und als solcher 1543 auf den Reichs-tag nach Nürnberg geschickt, musste aber bald darauf, in Folge wennauch falscher Angaben seiner Gegner, das Kanzleramt niederlegen. Spä-ter erhielt er vom Kurfürsten Moritz das Amt eines Raths und Ober-IIofrichters zu Leipzig und verblieb bei dem Nachfolger in der Kur,August, in seinen Würden, schrieb auch auf dessen Befehl die be-kannte Schrift: Bedenken, wie ein Herr sein Regiment Gott zu Ehrenund des Landes Wohlfahrt anstellen soll. Ins Lateinische übersetztdurch Caspar Pistorius, Frankfurt, 1609, und neue Auflage mit An-merkungen von Thomasius, Halle, 1717. Melchior v. Ossa starb um1563 in hohem Alter und es ist nicht aufzufinden, dass der Stamm spä-ter noch fortgeblüht habe.
Albhius , Meissensche Landchi'onik. — Knauth , 8. 541 u. 42. — Gauhe, II. S. 1551 u. 52.
Ossecken. Ein im Lauenburgischen 1671 angesessenes Adels-geschlecht.
Freih v. Ledebur, II. S. 170.
Ossenbrueh, Ossenbroicli (in Roth der Kopf und Hals eines linkssehenden, weissen Ochsen). Altes, niederrheinisches und westphälischesAdelsgeschlecht, schwer von der, wohl im 16. Jahrb. erloschenen Fa-milie v. Ossenberg (im Schilde ein Ochsenkopf ohne Hals, Fahne II..S. 109) zu sondern. — Das schon 1289 genannte Stammgut Ossen-brueh liegt im Cleveschen und bereits 1353 sass die Familie zu Rader-broich. 1394 zu Cronenberg, 1441 zu Neuenhofen und 1491 zu Broich,oder Morsbroich, erwarb dann im 16. und 17. Jahrb. mehrere andereGüter, blühte fort, war noch 1823 zu Ossenbrueh und Till und 1829 zu
Kneschke , Deutsch. Adels-Lex. VII. 1