_ 4 —
Capitain im Regimente v. Canitz, 1754 als letzter männlicher Sprosseaus der älteren Linie starb. — Aus der jüngeren noch fortblühendenLinie gingen unter Anderen hervor: Johann V .O., auf Kampken undTactau, geb. 1592 und gest. 1631, preuss. Hofgerichtsrath, verm. mitCatharine v. Kunheim a. d. H. Lablacken und Fabian v. 0. auf Kles-zowen, geb. 1595 und gest. 1645, preussischer Kanzler, Beide SöhneSiegmund's v. 0., Stifters dieser Linie. Ein Sohn des Kanzlers Fa-bian v. 0. war Johann Siegmund v. 0. auf Kleszowen, gest. 1700, Tri-bunals - Vicepräsident, dessen Sohn, Fabian Albrecht auf Kleszowen,k. preuss. Oberstlientenant, 1742 Starb und drei Söhne hinterliess.Diese drei Söhne waren: Christoph Albrecht v. 0. auf Lablacken,Frödau u. s. w., Etatsminister und Ober-Burggraf des Kgr. Preussen,geb. 1735 und gest. 1805; Ludwig August auf Puschkaiten u. s. w.,geb. 1736, Landrath und Julius Wilhelm auf Quanditten, geb. 1738und gest. 1808, Landesdirector und Landrath. Von diesen drei Brü-dern hatte nur Letzterer männliche Kachkommen, nämlich zwei Söhne:Friedrich Aegidius v. 0., geb. 1772 und gest. 1857, k. preuss. Majorund Landrath, welcher zwei Söhne hinterliess und Heinrich Carl Juliusv. 0.,'geb. 1790, Besitzer der in 2. Jerichow. Kr. des HerzogthumsMagdeburg gelegenen Rittergüter Dretzel und Ringelsdorf, welchernach 40jähriger, ehrenvoller Dienstzeit 1845 als Generalmajor aus derk. preuss. Armee schied. Derselbe hat drei Söhne, welche sämmtlich indie Reihen der preussischen Armee eintraten.
Handschrift!. Notiz. — HarfknocJi , Altes und Neues Preussen, 1684, S. 450. — Gauhe,II. S. 835 u. 36. — Zedier , XXY. S. 2201. — N. Pr. A.-L., Y. S. 352. — Frei/t. v. Ledebur,II. S. 170 u. 71. — Ttjroj)', 11. 100. — Kneschke, II. S. 328 u. 29.
Ostein, Grafen. Reichsgrafenstand. Diplom von 1712 für JohannFranz Sebastian v. Ostein , kurmainz. Geh.-Rath und Ober-Amtmannzu Amorbach. Altes, rheinländisches Adelsgeschlecht aus dem gleich-namigen Stammschlosse in Ober-Elsass zwischen der Lauch und Thürunweit Russach, welchen Stammsitz Carl Ferdinand 0. schon 834 er-baut haben soll. Die Familie, aus welcher Petrus v. 0. 1429 zum ge-fürsteten Abte zu Mörbach und Johann Heinrich v. 0. 1629 zum Bi-schof und Fürsten zu Basel erwählt wurden, hatte wegen der HerrschaftMylendonck, welche von dem grällichen Hause Berlepsch durch Ver-mählung an dieselbe kam, Sitz und Stimme im westphälischen Grafen-collegium erlangt und wurde auch 1761 auf dem Reichstage als Mitglieddes westphälischen Grafencollegiums anerkannt. — Die ordentlicheStammreihe beginnt Humbracht mit des Bischofs Johann Heinrich v. 0.Ober-Aeltervater: Bernhard v. 0. Johann Jacob v. 0., des genanntenBischofs Bruders Sohn starb 1664 als fürstlicher baselscher Geh.-Rathund Landhofmeister zu Bruntrut und hinterliess unter anderen Söhnenauch einen Sohn, Johann Franz Sebastian v. 0., welcher 1711 am Krö-nungstage K. Carl VI. (22. Decbr.) zu Frankfurt a. M. zum Ritter desh. r. Reichs geschlagen wurde und im folgenden Jahre, s. oben, in denGrafenstand erhoben wurde. Derselbe, geb. 1652 und gest. 1718,hatte sich 1687 vermählt mit Anna Charlotte Grf. v. Schönborn, geb.1671 und gest 1746. Von mehreren Söhnen aus dieser Ehe wurde