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6 (1865) (Loewenthal - Osorowski)
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Oettingen, Fürsten (im Schilde vier Reihen rothe, stehende undgoldene gestürzte Eisenliütlein und zwar so, dassin der ersten und drit-ten Reihe drei rothe, von denen die äusseren sich im Schildesrandcverlieren und zwei goldene, in der zweiten und vierten aber drei gol-dene, von denen sich die äusseren im Schildesrande verlieren und zweirothe sind. In der Mitte liegt über diese Eisenliütlein ein blauer Schild,dass man nur wenig von ihnen bemerkt und über das Ganze ist ein sil-bernes Kreuz gezogen, dessen Balken schmal sind). Grafen- undReichsfürstenstand. Fürstendiplome: vom 14. Octbr. 1674 für AlbertErnst I. Grafen v. Oettingen, protestantischer Linie; vom 18. Juli 1734für Franz Albreclit Grafen v. Oettingen, Spielbergischer Linie undAusdehnung dieses Diploms lO.Decbr. 1765 auf den jüngeren Sohn desFürsten Franz Albrecht: Anton Ernst, Herrn auf Schwendi und Ach-stetten und auf die Nachkommen desselben, und vom 25. März 1774für Crato Ernst Grafen v. Oettingen, Waller steinischer Linie. Altes,schwäbisches, schon im 10. Jahrh. den gräflichen Character führendesGeschlecht im Schwäbischen Riessgau, welches seinen Stammbaum mitdiplomatischer Gewissheit bis in das 13. Jahrh. herauf führt, das jetzigeWappen vom K. Sigismund 1414 erhalten haben soll und zu den ehe-maligen Reichsgrafen der Schwäbischen Bank gehörte. Der gemein-schaftliche Stammvater des jetzigen Hauses Oettingen ist Graf Lud-wig XV., gest. 1557, dessen Söhne: Ludwig und Friedrich, zwei Haupt-linien gründeten: die abgestorbeneOettingische, evangelischer Religion,mit dem Fürsten Albrecht Ernst 30. März 1731 im Mannsstamme er-loschen, und die Wallersteinische Hauptlinie, katholischer Religion;letztere blühte später durch die drei Söhne des 1602 gestorbenen Gra-fen Wilhelm: Wilhelm den Jüngeren, Wolfgang und Ernst in drei Ne-benlinien: zu Spielberg, Wallerstein und Katzenstein-Baldern. DieLinie Oettingen-Spielberg, später auch Oettingen, gründete Wilhelmder Jüngere, die Linie Oettingen-Wallerstein Wolfgang, gest. 1598,und aus dieser Linie erbte Graf Anton Carl 1731, des letzteu Fürsten,evangelischer Religion, Albreclit Ernst II. zu Oettingen-Oettingen imTestamente ihm vermachten Lande, überliess aber dieselben seinemältesten Sohne, dem 1738 gestorbenen Grafen Johann Friedrich und1798 kamen an diese Linie auch die Güter der gräflichen Linie zuKatzenstein - Baldern, und die Linie Katzenstein-Baldern stiftete GrafErnst, gest. 1636. Letztere Linie schied sich in den Balderischen undin den Katzensteinischen Zweig, von welchen der erstere 1687 mit demGrafen Ferdinand Maximilian, der letztere 1798 mit dem regierendenGrafen zu Oettingen-Balderstein, Katzenstein und Sötern: Franz Wil-helm, Statthalter des Erzstifts Cöln u. s. w., im Mannsstamme erloschenist. Die fürstlichen Linien Oettingen-Spielberg und Oettingen-Wal-lerstein haben dauernd fortgeblüht. Beide hatten Reichsstandschaftdurch einen Antheil an der reichsgräflich-schwäbischen Curialstimmeim Reichsfürstenrathe und führten bei dem schwäbischen Kreise eineStimme auf der Fürstenbank. Auch war in dem Reichs-Deputations-Hauptschlusse jeder dieser beiden Linien eine Virilstimme im Reichs-fürstenrathe zugedacht, doch die Rheinbundsacte vereitelte diese Zu-