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6 (1865) (Loewenthal - Osorowski)
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Malowetz v. Malowitz, Freiherren. Erbl.-österr. u. böhmischerFreiherrnstand. Diplom vom 14. Febr. 1781 für Johann Joseph Kos-sorz Malowez v. Malowitz auf Zwiestow. Eins der ältesten böhmi-schen Rittergeschlechter, welches, seit frühester Zeit in viele Linien,Aeste und Zweige verbreitet, sich durch Beinamen von ihren Schlössernund Gütern: Pardubiz, Paczow, Cheynow, Kossorz, Winterberg, Kamen,Hradeck, Prosecz etc. von einander unterschied, jetzt aber nur noch indem Hause Kossorz blüht. Der Stamm ist schon mit den ersten cze-chischen Fürsten aus Croatien nach Böhmen gekommen und Pardubiz,jetzt die grösste Herrschaft im chrudimer Kreise, war der erste Besitzund wurde wohl von dem Geschlechte erbaut. Gessko v. Malowez, dervon dem jetzt zur Herrschaft Libiezig im prachiner Kreise gehörigenDorfe Malowez den Titel annahm, welcher später den Nachkommen alsFamilienname verblieb, war mit K. Friedrich dem Rothbart und KönigWladislaus von Böhmen bei dem Zuge nach Mailand. Demselben wurdeum 1159 bei der Belagerung Mailands in einem Ausfalle der Vorder-theil seines Rosses mit Hals und Kopf durch das herabgelassene Fall-gitter des Thores abgeschlagen, weshalb ihm der Kaiser, statt des alten,einen Mühlstein zeigenden Wappens der Familie, den blutig abgeschla-genen Vordertheil eines rothgezäumten Rosses als Wappenbild gab.Arnestus Malowez, oder von Pardubiz, ein Sohn des glatzer Landes-hauptmanns Ernst Malowez war 1343 der erste Erzbischof zu Prag;Boliuss Malowez von Paczow war 1384 Feldhauptmann desK. Wenzel;Conrad v. Malowez vertheidigte 1429 Zdickow tapfer gegen die Hus-sitten; Johann v. M. auf Kamen sass 1437 im Landrechte zu Prag undwurde 1450 Burggrat zu Karlstein; Johann Malowez von Paczow unter-schrieb den Wahlbrief des Georg Podiebrad zum Könige von Böhmenund bekam von ihm Winterberg und. Cheynow zu Lehn etc. Nach-dem die Malowez zu Pardubiz, Paczow, Kamen etc. nach und nach erloschen waren, blieben nur noch die Linien zu Kossorz, einem Schlosseund Dorfe jetzt dem wischerader Domcapitel im rakonitzer Kreise zu-stehend und die zu Cheynow und Winterberg, Güter im prachiner Kreise,doch schon lange in fremder Hand, übrig. Beide Linien waren, ohnedass die gemeinschaftliche Abstammung von einem Ahnherrn nachge-wiesen werden konnte, nur durch Namen und Wappen Sprossen einesund desselben Stammes. Beide führten und führen das halbe, abge-schlagene Ross in Blau, jene golden, diese silbern. Die bekannteStammreihe der Kossorz Malowez v. Malowiz beginnt mit Johann Kos-sorz M. v. M. auf Kamen und Prossecz, verm. mit Anna Wlczkowskyv. Wlczkow und mit dem Sohne desselben Johann M. v. M., verm. mitMargaretha Bellina Woracziczky v. Pabienitz. Der Enkel des Letzteren,Johann Christoph M. v. M.. gest. 1677, k. Hauptmann der HauptstadtPrag, war verm. mit Maria Veronica Svihovsky v. Riesenberg. Durchdie Söhne desselben: Johann Christoph, gest. 1726, verm. mit MariaPolyxena Woracziczky v. Pabieniz und Johann Franz M. v. M., gest.1730, Herrn auf Knieschiz, Tetrowiz und Sudowiz, verm. mit RenataAgnes Wratislaw v. Mitrowiz, bildeten sich zwei Linien, nämlich dievon Ersteremabsteigende ältere, ritterliche Linie, deren letzter Sprosse