Lindau, Lindow, Grafen (in Silber ein goldener Adler). AltesGrafengesclileclit aus dem Hause der Grafen v. Arnstein im Mansfeldi-schen, welches den anhaltschen Staaten angehörte. Das Stammschlossmit den dazu gehörigen Gütern, welche einst die Grafschaft Lindau bil-deten, versetzte Alhrecht der Aeltere Graf v. Lindau schon 1370 u.1372 an die Fürsten v. Anhalt und Albrecht der Jüngere Graf v. L.überliess 1457 den beiden Fürsten Adolph und Albert von Anhalt dieGrafschaft als Eigenthum mit dem Vorbehalt des Wiederkaufs, des Titelsu. einiger Lehnstücke. Ausser diesen Besitzungen in Anhalt besass dasGeschlecht auch die Grafschaft Ruppin in der Mittelmark, welche Mark-graf Albrecht einem Grafen v. Lindau, der tapfer unter dem K. Lothargegen die Wenden gefochten, zum Lehn gab. Die Grafen v. L. erbautendas Scliloss Alt-Ruppin und gründeten das Nonnenkloster Lindau (Lin-dow), welches noch als Fräuleinstift besteht. Mit Wichmann Grafenv. Lindau, Herrn zu Ruppin — einem Sohne des 1507 verstorbenenGrafen Joachim und der Margaretha Gräfin v. Hohenstein, gest. 1508— erlosch im 21. Lebensjahre 1524 am Sonntage Oculi das alte gräf-liche Haus sehr plötzlich und die Grafschaft Ruppin fiel unter der Re-gierung des Kurfürsten Joachim I. zu Brandenburg der Krone anheim.Letzterer wollte auch mit Gewalt die versetzt gewesene Grafschaft Lin-dau einlösen, erreichte aber seine Absicht nicht und später, 1577, über-liess Kurfürst Johann Georg zu Brandenburg die genannte Grafschaftdem Hause Anhalt als rechtes Mannslehn.
Dietrich, historische Nachr. von den Grafen v. Lindau, Herren zu Ruppin, Berlin, 17.5. —Gauhe , II. S. 639. — Zedier , XVII. S. 1312. — Siebmacher , III. 25.
Lindau (in Roth ein schrägrechter, silberner Balken, welcher obenin der Ecke mit einem aufwärts gekehrten schwarzen Blatte an einemkurzen Stiele belegt ist). Altes, rheinländisches Adelsgeschlecht, dessenStammreihe Humbracht um 1298 mit Conrad v. Lindau beginnt. Das-selbe sass, im Mainzischen u. Nassauischen, besonders im Rheingaue,begütert, zu Armenrüh, Eltvil, Frauenstein, Lindau, Rheinberg u. Wal-luff. Conrad's Sohn starb 1334 als Vicedom im Rheingau und des Letz-teren Enkel, Siegfried, bekleidete 1397 dieselbe Würde. Um diese Zeitführte die Familie ein doppeltes Wappen, Georg, Ritter, siegelte 1378mit einem Petschafte, welches den Schrägbalken oben mit einer Liliebelegt, zeigte, Heinrich aber, von welchem die späteren Sprossen derFamilie abstammten, führte, wie oben angegeben, 1470 das schwarzeBlatt. Von den Nachkommen hatte Philipp Wilhelm v. L., kurmainzi-scher Stallmeister, einen gleichnamigen Sohn, welcher 1644 in einemZweikampfe fiel u. ein Sohn des Letzteren, der ebenfalls Philipp Wil-helm liiess und deutscher Ordensritter war, blieb 1664 in einem Treffenbei St. Gotthard in Ungarn. Mit dem Genannten ist, wie angenommenwird, das Geschlecht in den Rheinlanden ausgegangen, doch lebte umdieselbe Zeit ein Sprosse des Stammes als fürstl. hessen - kasselscherForstmeister zu Spangenberg, welcher seine Linie fortsetzte. GeorgChristian v. L. war 1704 Hauptmann unter den" rheinischen Kreis-Truppen und ein Freiherr v. Lindau kommt noch 1736 als Ober-Hof-Marschall am liessen-kasselschen Hofe vor. Nach Abdrücken von Pet-