Druckschrift 
5 (1864) (Kalb - Loewenthal)
Entstehung
Seite
534
Einzelbild herunterladen
 

584

k. pr. Kammerh. und Erbsälzer. Altes, westphälisches Adelsgeschlecht,welches zu den sieben Erbsälzern zu AVerl (im jetzigen Kreise Arnsbergder Provinz AVestphalen) gehört, welche bereits zu der Zeit des K. Carld. Grossen die Salzkothen in der Stadt AVerl besassen. Erzbischof Con-rad zu Cöln bestätigte 1246 diese Familien, nebst den alten Privilegien,in ihrem Besitze und dieselben besassen die Salinen bis in die zweiteHälfte des 14. Jahrhunderts. Nachdem aber letztere vom K. Carl IV.1356 durch die goldene Bulle den Landesherren zugesprochen und zuden Landesregalien gezogen wurden, machte Erzbischof Friedrich III.zu Cöln (aus der Familie Sarwenden) 1370 die Salinen zehentbar. 1382wurden den Erbsälzern die alten Privilegien vom Landesherren ander-weit bestätigt, doch gingen noch in demselben Jahre durch die grosseFeuersbrunst, welche die Stadt AVerl betraf, die besten Nachrichten undUrkunden der Erbsälzer-Familien von Kaisern und Königen verlorenund so wandten sich dieselben später an denK. Sigismund, welcher durchDiplom von 1432 ihre alten Privilegien bestätigte, und auch bezeugte,dass sie nicht nur von gutem, alten Stamme herkämen, sondern auchden römischen Kaisern und dem heiligen Reiche oft u. mannigfach, ohneGut und Blut zu schonen, gedient, auch verschiedene ihrer Vorältern an-sehnliche Civil- und Militairämter bekleidet hätten. 1708 bestätigte am15. April K. Joseph I. den noch übrigen Geschlechtern der Erbsälzerihren alten, ritterbürtigen Adel aufs Neue, auch führen dieselben eingemeinschaftliches AVappen, nämlich einen gekrönten, schwarzen Schild,in dessen Mitte der goldene Reichsapfel schwebt, begleitet zu beidenSeiten und unten von je einer silbernen Streit- oder s. g. Baukolbe.Später erhielt noch besonders, s. oben, die Familie v. Lilien den Frei-herrnstand. A r on den Sprossen des Stammes kommt Johann v. L.1382, Hermann 1431 und ein anderer Hermann 1516 urkundlich vor,doch beginnt die sichere Stammreihe erst mit Johann v. L., gest. 1580und mit dem gleichnamigen Sohne desselben, welcher 1608 starb undmit Anna v. Papen vermählt war. Der Sohn des Letzteren, Diedrichv. L., war Bürgermeister zu AVerl und zweimal vermählt, in erster Ehemit Maria v. Kleinsorgen und in zweiter mit Catharina v. Brandis. Ausder ersten Ehe stammte ein Sohn, Johann III. und aus der zweiten eben-falls ein Sohn, Hermann Franz, welche Beide Stifter zweier noch blühen-den Hauptlinien wurden. Die ältere, westphälische Hauptlinie umfasstdie Nachkommenschaft Johanns III. v. L., venu, mit Elisabeth v. Ben-ditten. Der Sohn aus dieser Ehe Gerhard Franz, gest. 1725, verm. mitJohanna Clara v. Arensberg, hinterliess drei Söhne: Caspar Hermann,Franz Michael Florentin und Johann Florentin. Caspar Hermann v. L.,geb. 1691 und gest. 1772, stiftete mit seiner ersten Gemahlin, MariaFranzisca v. Brandis, die noch blühende Linie zu Opherdicke in AVest-phalen; von Franz Michael Florentin, geb. 1696, seit 1756, s. oben,Freiherr, stammte durch seinen Sohn Alexander, geb. 1742, die theil-weise in den österr. Erblanden ansässig gewesene, im Mannsstamme6. Oct. 1846 mit dem Frcih. Carl, k. k. Kämm. u. Hofrath der Hof- u.Staatscanzlei, Herrn auf Hohenbruch in Steiermark, erloschene hohen-brucker Linie und durch seinen Sohn Christoph, geb. 1748 die Linie