— 431 —
Oellschütz, Debschitz, Oöbschiitz, auch Freiherren. BöhmischerFreiherrnstand. Diplom von 1728 für Christoph Adolph v. Döll-schütz. — Altes, lausitzisches und schlesisches Adelsgeschlecht (inSilber ein grünes Seeblatt), welches aus Sarmatien in die Lausitzgekommen sein soll und sich dann in Schlesien und Böhmen aus-breitete und eines Stammes mit den v. Mauschwitz ist. Dasselbe istmehrfach irrigerweise mit der schlesischen Familie v. Dobschütz (inRoth ein gebogener, schwebender, silberner Wasserfluss und aufdem rechtsgekehrten Ende desselben ein goldenes Kreuz [PolnischerStamm Srenidwa]), verwechselt worden, doch sind, wie die Wappenergeben, beide Familien von einander ganz verschieden. — DasStammschloss des Geschlechts liegt in der Oberlausitz, unweit Rei-chenbach, in welcher Gegend dasselbe auch andere Güter, so wie inder Niederlausitz in der Herrschaft Forsta das Rittergut Dabrauerwarb. — Man unterschied vor altenZeiten zweiLinien desStammes:die Debschitz-Debschitz und die Debschitz-Schadewald, oder auchdie sächsischen und böhmischen Debschitz. Die Debschitzer Linieist längst erloschen; die Schadewaldsche stiftete Christoph v. D.,gest. 1496, Herr auf Schadewald, Marklissa, Hartmannsdorf etc.Derselbe war mit einer Tochter aus dem berühmten GeschlechteGotsche — Schaff vermählt. Vom Sohne aus dieser Ehe, Heinrich,vermählt mit einer v. Uechtritz-Steinkirch, stammten sieben Söhne,welche die Stifter eben so vieler Linien wurden: der Neuen Schade-waldischen, Purschwitzer, Neu - Kemnitzer, Hartmannsdorfschen,Grotkischen, Beerbergschen und Schadewald-HartmannsdorfschenLinie. Von diesen sind die meisten wieder ausgegangen, und zwardie Purschwitzer Linie 1582 oder 1585, die Schadewalder 1615, dieHartmannsdorfer 1632, die Althartmannsdorfer 1647, und die Beer-bergsche 1673. Nur die Neu - Kemnitz - Hartmannsdorfer blühtedauernd fort, und zu ihr gehören die jetzt noch in Schlesien an-sässigen Zweige des alten Stammes, welche aus den zu dieser Liniegehörigen Häusern Rackschütz, Polentschine, Simsdorf, Peruschen etc.abstammen, während ein anderes Haus, das zu Striesa, ausgestorbenist. Das Haus Rackschütz wurde auch Rackschütz - Gülau und Kapat-schütz genannt. — Nicol v. D. half 1426 einen Frieden zwischender Stadt Görlitz und den V. Schaffgotsck aufzurichten; die Familiewurde 1460 vom Könige Georg in Böhmen mit dem Gute Schade-wald, s. oben, beliehen; Georg v. D. besass 1548 Marcklissa mitIlartmannsdorf, und Sigmund v. D. war um diese Zeit Hauptmann inZittau, so wie des Bergschlosses Öybin. — Magdalena v. D. starb1547 als Aebtissin zu Liebenthal in Schlesien; Carl Sigmund v. ü.war 1640 Landes-Aeltester im Fürstenthume Liegnitz, welche Würdeauch Heinrich Sigmund v. D., kürsächs. Rath im Kreise Görlitz, be-kleidete, und Nicolaus v. D., fürstl. ölsnischer Rath, Land-Hofrichter,Regierungs-Präsident etc., starb 1691 und liinterliess fünf Söhne.1-695 lebten 24 männliche Sprossen des Stammes, deren Nachkom-men Carpzow und Sinapius zusammengestellt haben. Georg Adamv. D., gest. um 1714, herzogl. württemb.-mömpelgard. Hofmeister,
28*