Druckschrift 
1 (1859) (Aa - Boyve)
Entstehung
Seite
590
Einzelbild herunterladen
 

590

des K. Otto I. und als Letzterer beschlossen hatte, die BisthiiraerMerseburg, Meissen und Zeitz zu stiften, soll Ersterem die Wahlüberlassen worden sein, wo er Bischof werden wolle. Bose habeMerseburg gewählt, sei 969 als erster Bischof eingeführt worden,doch schon im zweiten Jahre gestorben. Schon früher, als er nocham kaiserlichen Hofe gewesen, habe er für treue Dienste ein Lehnbei Zeitz erhalten, auf demselben ein Dorf seines Namens erbaut unddieses sei nach seinem Tode an einen seiner Brüder gekommen, wel-cher den Stamm fortgepflanzt habe. Im Laufe der Zeit theilte sichdas Geschlecht in drei Hauptlinien: in die Stift-Merseburgische, dieVoigtländische und Fränkische. Die Erstere schied sich im 16. Jahrh.in drei besondere Häuser: zu Frankleben, Runstedt und Benkendorf,während die Voigtländische sich in die Häuser zu Trüntzig undNetzschkau theilte, und die Fränkische sich im Hennebergischen aus-breitete. Ueber die genealogischen Verhältnisse dieser Linien undHäuser haben Val. König und Gauhe bis in die erste Hälfte des18. Jahrb., so wie v. Uechtritz von 16281793, Mehreres, was fürdie Geschichte der Familie von vielem Interesse ist, mitgetheilt. Ueberden gräflichen Stamm folgen unten nähere Angaben. Was den adeligenStamm anlangt, so sei hier nur aus alter Zeit ein zweiter JohannBoge erwähnt, welcher von 14311463 als Bischof zu Merseburgvorkommt. Derselbe war ein Sohn des Heinrich Bose, welcher dieStift-Merseburgische Linie anfing. Aus dieser Linie ging besondersdurch die Nachkommen des zweiten Sohnes des Stifters, BalthasarBose, eine lange Reihe von Sprossen hervor, welche in kursächsischenHof-, Staats- und Militairdiensten zu den höchsten Würden und Ehren-stellen gelangten, auch reihten an diese sich viele Familiengliederaus den anderen Linien an, welche zu hohem Ansehen kamen undbis auf die neueste Zeit haben mehrere Sprossen des alten Stammesin k. säehs. Staats- und Militairdiensten. gestanden. Zu Letzterengehören Carl Gustav Adolph v. B., k. sächs. Kammerherr und seit1852 Ministerresident am k. bayer. und k. württemb. Hofe; Rochusv. B., seit 1849 k. sächs. Major etc., auch haben mehrere Gliederder Familie ihre Dienste der Krone Preussen gewidmet. Ein v. B.war bis 1806 k. preuss. Geh. Finanzrath im Generaldirectorium zuBerlin und leitete die Angelegenheiten des neuostpreuss. Departe-ments; ein v. B., früher k. sächs. Oberst und Generaladjutant, starbnach 1830 als pens. k. preuss. Generallieutenant und Commandantder Festung Schweidnitz; ein Hauptmann V. B. auf Ober-Rudelsdorfwar k. preuss. Landrath des Laubanschen-, und ein Rittmeister v. B.Landrath des Torgauer Kreises etc. Die Besitzungen der Familie,in Bezug auf welche im Laufe der Zeit vielfache Veränderungen ein-traten, lagen meist im jetzigen Kgr. Sachsen, in der Provinz Sachsenund in den herzogl. sächs. Landen. Vorübergehend war das Ge-schlecht im 17. Jahrh. auch in Schlesien und zwar im Schweidnitz-schen und Jauerschen, so wie später in Pommern im Kr. Naugard,in Preussen im Kr. Rastenburg etc. begütert. Jetzt besitzt die Fa-milie im Erzgebirge Langenhessen-Bosenhof; in der Oberlausitz, wo