A.
Aa, von der, van der Aa de Randerode. Altes, niederländi-sches Adelsgesclilecht aus wallonischem Stamme, welches in derzweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Folge der traurigen Kämpfein den Niederlanden nach Stade und Hamburg, später auch nachWestphalen kam uud in Stammbäumen der Familie v. Branden-stein etc. genannt wird. Man hat dasselbe, aus welchem Goilliamv. d. Aa 1693 als Bürgermeister und der Sohn desselben, Joachim,als Senator zu Stade, mit Hinterlassung zweier Töchter, Barbara Eli-sabeth und Agnesa, 1714 starb, als einen Zweig des alten braban-tischen Adelsgeschlechts v. d. Aa angenommen, welches mit Fol-card Herrn v. Aa schon 1057 auftritt und welches aus dem Stamm-hause, der Baronie Aa unweit Brüssel im Kirchspiele Anderlecht,sich ausbreitete, reich begütert wurde und wie Butken, Tropheesde Brabant, II. p. 105.— 112 und nach dem genannten Schrift-steller Gaulie, II. S. 1 angeben, bis gegen das 14. Jahrh. blühte,doch stimmen die Wappen, welche in Bezug auf Unterscheidunggleichnamiger Familien von so grosser Wichtigkeit sind, bei beidenFamilien nicht überein. Die alten v. d. Aa führten in Roth eindas ganze Feld überziehendes, silbernes Andreaskreuz und die inDeutschland noch im 18. Jahrh. vorgekommenen v. d. Aa hattenden Schild von Gold und Roth geschacht und oben rechts ein silber-nes Freiviertel mit einem gestümmelten, schwarzen Vogel (merlette).Dieses Wappen legt Nijgh, Le grand Armorial, Specimen, p. 3. der Fa-milie v. d. Aa de Randerode bei. Nach Fahne, I. S. 351 u. 352 begabsich Wilhelm v. Randerath, einer jülichschen Familie angehörend,gegen Ende des 14. Jahrh. nach Holland und nahm den Namen v. d.Aa an. Der Stamm desselben soll mit Gerhard v. d. A. 1632 ausge-gangen sein, doch führten die v. Randerath einen von Gold und Rothgeschachten Schild und so dürften die nach Deutschland gekommenenv. d. Aa, dem Wappen nach, wohl ein Nebenzweig dieses Stammesgewesen sein. — Ausser den genannten beiden Familien v. d. Aaund dem im nachstehenden Artikel aufgeführten Geschlechte v.d. Aa oder Pinssen v. d. A. kommen übrigens noch drei nieder-ländische und mehrere schweizerische Familien dieses Namens, undzwar jede mit einem anderen Wappen, vor.
Altes und Neues aus dem Herz. Bremen und Verden, II. S. 232 mich Ramm, Stada
Kncschke, Deutsch. Adels-Lex. I. \