Druckschrift 
1 (1859) (Aa - Boyve)
Entstehung
Seite
280
Einzelbild herunterladen
 

— 280 —

schlosses auf dem Kyffhäuser ernannt. Die Linie desselben zuRotenburg ging mit den Urenkeln, unter nicht günstigen Vermögens-umständen, 1377 aus. Friedrich V. bekam Beichlingen, setzte denStamm fort und starb 1283.

Von den vier Söhnen desselben pflanzte nur Heinrich denStamm fort, welcher 1304 mit seinem Schwiegervater, HeinrichGrafen v. Hohnstein, dem Abte zu Fulda ins Land fiel, gefangenwurde und sich mit einer grossen Geldsumme lösen musste, zuderen Auftreibung die Herrschaft Lohra verkauft werden musste.Von seinen drei Söhnen setzte Friedrich die Linie zu Beichlingenfort, welcher, nachdem er mehrere Güter an die Grafen v. Schwartz-burg verkauft, 1343 starb. Von den Söhnen desselben residirteHermann zu Sachsenburg und hatte auch die Herrschaft Kindel-brück pfandweise inne, der Bruder desselben aber, Heinrich, be-sass Beichlingen. Der einzige, gleichnamige Sohn des Letzternblieb als markgrfl. meissnischer Feldmarschall 1426 in der Schlachtbei Aussig. Von seinen fünf Söhnen aus zwei Ehen, von welchenFriedrich der Jüngere', Erzbischof zu Magdeburg, und Busso, inseiner Jugend, 1423, Rector Magnificus der Universität Erfurt,später aber Dompropst zu Halberstadt war, setzte nur Friedrichder Aeltere, welcher ebenfalls bei Aussig blieb, und zwar mit einemeinzigen Sohne, Johann, den Stamm fort. Graf Johann, gest. um1485, war herz, sächs. Rath. Von seinen vier Söhnen war Her-mann Doctor Decretorum, Propst und Canonicus des Stifts St. Se-veri zu Erfurt und Beschützer des Cistercienserordens durch Thü-ringen und Friedrich, Domherr und Chorbischof zu Cöln, 1486Rector Magnificus zu Erfurt etc., Caspar lebte um 1493, ohne dassNäheres über ihn bekannt ist und Adam, 1507 k. Kammerrichterzu Speier, pflanzte den Stamm durch sieben Söhne fort, machteaher mit seiner zweiten Gemahlin, Catharina Prinzessin von Hessen-Cassel zu grossen Aufwand, verkaufte ein Lehnstück nach demanderen und endlich 1516 das Uebrige von der Grafschaft Beich-lingen mit allen Prärogativen an die Herren v. Werthern und er-warb dafür 1522 Schloss und Flecken Gebesee nebst Crayenburg,wo er sich mit seiner Familie genau behalf. Der Tod erfolgte1538 und auf seinem Epitaphium ist er k. Oberster-Kammerrichterund Marschall der Landgrafschaft Thüringen genannt. Wie ihm,war auch seinen sieben Söhnen das Glück nicht günstig. EineNachkommenschaft erblühte von Keinem derselben und der jüngste,Bartholomäus Heinrich, welcher als Domherr zu Halberstadt, daseine Brüder unbeerbt starben, resignirte und 'sich mit einer Grf.v. Oettingen vermählte, doch kinderlos blieb, schloss 1567 denalten Stamm seines Hauses.

Lucae , I. S. 735—777. — Otto, Thuringia sacra, S. 541 — 559. — Albin, Histor. d. Gr.v. Werthern. S. Gl. — v. Falkenstein , Thiiring. Chronik, II. S. 737—776. — Gauhe, I. S. 129—132 u. S. 3029—3036. — Siebmacher, II. 19. — Schannat, S. 15. — v. Meding, III. S. 37u. 38.

Iteiclilingcii, (>rafcn (Schild geviert mit Mittelschilde. Im vonSilber und Roth quergetheilten Mittelschilde ein schwarzer Adler,