Druckschrift 
1 (1859) (Aa - Boyve)
Entstehung
Seite
93
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Apolda, Sclieuek v. Apolda und Vitzthum v. Apolda. Zwei alte,erloschene, thüringische Adelsgeschlechter, von welchen die Erstemzum Stamme der Schencken v. Tautenburg (in Blau vier oder fünfschrägrechte silberne Streifen, oder Schild von Silber und Himmel-blau zehnmal schrägreclits gestreift), die Letzteren aber (in Goldein schräglinks liegender, oben und unten abgehauener, schwarzerStamm, welcher auf der rechten Seite zwei, auf der linken einenrothen Äpfel an schwarzen Stielen trägt) zu dem VitzthumschenStamme gehörte und welche Beide den Beinamen von der StadtApolda führten. Die Schencken von Tautenburg stammten vonden Erbschenken Thüringens, die sich von dem 3 Meilen vonErfurt gelegenen Schlosse und Dorfe Vargula, Yarila, genannt hat-ten, ab. Schenck Budolpli v. Vargula baute 1232 das Schloss Tau-tenburg, welches nachher das neue Stammhaus des Geschlechtswurde, das sich in mehreren Ländern, meist aber in Thüringen aus-breitete, dessen verschiedene Linien sich im 13. und 14. Jahrh.nach ihren Besitzungen nannten und welches, nach dem Aussterbender anderen Linien, endlich in der Tonnaischen Linie mit ChristianFreili. v. Tautenburg und Tonna, welcher 1618 Rector Magnificusder Universität Jena war, 3. Aug. 1640 erloschen ist. Mit demNamen: Schencken v. Apolda kamen Sprossen des Geschlechts im13. und 14. Jahrh. vor. Heinrich Advocatus in Hausdortf, genanntSchenck v. Apolda erscheint urkundlich 1247 und war 1268 mitseinem Bruder Tham bei dem Beilager des Grafen Berthold zuIlenneberg; Heinrich und Dietrich S. v. A. verkauften 1290 dieSchutzvoigtei des Klosters Ilausdorff an das Kloster, Henricus undTheodoras lebten um 1306 und Rudolph Senior und'Theodor Juniorübergaben 1392 dem Kloster Capellendorf einen Weinberg etc.Mit Letzteren ist nach Allem der Name Schenck v. Apolda aus-gegangen.

v. Falkenstein , Thüring. Chronik II. S. 931—934 u. S. 1368 u. 69. — trauhe, It. S. 15u. 16. — v. Hellbach, I. S. 72 u. II. S. 380. — ,Siebmacher, III. 44. — v. Heding , I. S.520—523.

Der Vitzthumsche Stamm machte bekanntlich eins der ältestenund ansehnlichsten Rittergeschlechter in Thüringen, Meissen, derOberlausitz, Böhmen etc. aus und man hat den Ursprung desselbeninsgemein von den ehemaligen Vice-Dominis hergeleitet, welche,nach Abgange der Könige, anstatt der Kaiser in Thüringen dieRegierung verwalteten und zu Erfurt residirten, wo dieselben auchviele Gerechtsame an sich brachten. Schon im 13. Jahrh. schiedsich der Stamm in die Apoldaische und in die Eckstädtische Linie.Aus der Apoldaischen Linie (über.die Eckstädtische Linie s. denbetreffenden Artikel), welche viele Städte und Schlösser in Thü-ringen besass, hatten Theodoricus, Berthold, Werner und AlbrechtV. v. A. mit den Schencken v. Apolda 1265 Apolda inne. DerStamm hat bis in das 17. Jahrh. fortgeblüht und ist nicht 1631,wie Einige angeben, mit Anton Friedrich V. v. A., sondern 1639mit Rudolph Y. v. A., kursächs. Oberkammerherrn, welcher von