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Bd. 2, Abth. 9 (1870) Der hannöverische Adel
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HANNÖVERISCHER ADEL.

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Des letzteren Söhne, von denen die jetzt leben-den Glieder des Geschlechts abstammen, erhielten am19. Septbr. 1635 vom K. Ferdinand eine Bestätigungdes Frhrn.-Standes; eine fernerweite Bestätigung sei-tens des Kaisers Leopold I. datirt vom 17. Juli 1671.

Der Freiherr Edgard Moritz erhielt für sich undseine Descendenz am 23. Juli 1816 vom Prinz-RegentenGeorg den Grafenstand.

Freiherrl. Wappen. Schild: geviert. 1 n. 4:ff Löwe in g. 2 u. 3: ff geflüg. Drache mit g. Hals-band in w. (sämmtlich einwärts gekehrt.) Mittelschild:w. Löwe in r. 2 gekr. Helme: 1) off. Flug, ff undg., dazwischen ff Löwe wachsend. 2) der Drachewachsend. Decken: g.-ff, w.-ff

Gräfl. Wappen. Schild: wie oben; Mittelschild:gr. und ff gespalten, darin gekr. w. Löwe. 3 II e 1 mej:1) Flug, g.-ff, dazw. der wachsende ff Löwe. Deckeng.-ff- 2) g. Palikan, dahinter 7 gr.-ff getheilteFahnen; Decken w. - gr. 3) Der Drache in ganzerFigur; Decken w.-ff. (Schildhalter: ff Greife.)

v. Issemiorf. (Täf. 10.)

Seit 1219 urkundlich erscheinende, zur eingebor-nen Bremen'schen Ritterschaft gehörende und seit1426 mit dem Erbschenkenamte im FürstenthumeBremen beliehene Familie.

Wappen. Schild: durch drei absteigendeSpitzen getheilt von r. und w. Helm: zwischen zweiPfauenschweifen eine gestürzte r. Lanzenspitze.

Decken: w.-r.

v. Kerssenbrnch. Taf. 10.)auch Kerssenbrock. Westfälischer (Ravensbergischer)Uradel. Zur eingewanderten Lüneburgischen Ritter-schaft gehörend.

Wappen. Schild: b. Schrägbalken, mit drei g.-besamten r. Rosen belegt, in g.

Helm: ofF. Flug, je mit dem Schrägbalken (nachinnen aufsteigend) belegt.

Decken: g.-b.-r.

(Schildhalter: g. Löwe. Devise: »Tugent fürallen adel get.«)

v. «1. Kettenburg. (Taf. 11.)

Mecklenburgischer Uradel; zur Lüneburgischeneingeb. Ritterschaft gehörend.

Wappen. Schild: r. dreigethürmte Burg in w.,vor dem mittleren Zinnenthurm wachsend eine w.Frau, einen g. Ring vor sich haltend; an einer ff Kette,die aus den Fenster der Seitenthürme hervorgeht,hängt vor dem b. Thore ein g. Schloss.

Helm: Büffelhörner, r.-w. über Eck getheilt; da-zwischen nat. Falke mit ff Kappe, auf welcher ein g.Schaft mit g.-r. Federbusen.

Decken: w.-r.

Ein vermehrtes Wappen (quo jure?) zeigt dieBurg zweithürmig (mit b. Dächern) auf gr. Dreiberg;zwischen den Thürmen die Jungfrau b. - gekleidet,mit der Kette, welche wie oben herabhängt, gefesselt.2 Helme: 1) wie oben; 2) r. Thurm mit b. Dach.

Der Grossherzogl. Mecklenb.-Strelitz'sche Kammer-herr K. A. P. v. d. K. erhielt durch Diplom d. d.Wien 9. Dez. 1862 den österreichischen Freiherrnstand.(Stammwappen und drei Helme.)

v. Ketteier, Fhr. (Taf. 11.)

Uradel Westfalen's; daselbst der Stammsitz Kes-selor Kr. Bockum. Seit dem 13. Jahrhundert dort undam Niederrhein vielfach begütert. Rütger v. K. wurdeam 18. Dez. 1675 vom K. Leopold I. in den Rfrhrn.-Stand erhoben. Die im vor. Jahrh. in den Grafenstanderhobene Linie ist erloschen.

Die Frhrn. v. K. gehören zur eingeb. OsnabrückerRitterschaft.

Wappen. Schild: r. Kesselhaken in w. (al. g.)

Helm: derselbe zwischen zwei nat. (al. w.-r. ge-spaltenen) Fasanfedern.

Decken: w.-r.

AI. auf dem Helm der Schild verkleinert zwischenden Federn.

V. «1. Knesebeck. (Taf. Ii.)

Eingehenderes über diese zur eingebornen Ritter-schaft des Fürstenthums Lüneburg gehörende und mitdem Erbkämmereramte daselbst seit 1374 belieheneFamilie, welche seit dem 12. Jahrhundert urkundlichauftritt und deren Stammsitz Knesebeck bei Lüneburgliegt; s. beim Preuss. Adel, Seite 204,

~ Wappen, a) sogenannte weisse Linie: r. auf-springendes Einhorn in w. Helm: fünf Hahnfedernw. ft wechselnd, b) sogenannte schwarze Linie: r.Grenenklaue in w.

Helm: drei Fähnlein, w.-r.-w. (al. r.-w.-r.)

Decken: w.-r.

[Var. ff Flug mit w. Balken belegt. (16. Jhdt.)]

Seit 1644 betrachten sich beide Linien (? Familiengl. N.) als aus einem Stamme entsprossen, was jedochnoch unerwiesen ist, und führen die Wappen combi-nirt, nämlich: 1 und 4: Greifenklaue; 2 und 3: Ein-horn ; sämmtlich einwärtsgekehrt.

Helm: die drei Hahnfedern, dahinter die Fahnen.

Decken: w.-r.

(Schildhalter: r. Greif u. r. Einhorn; Devise:»Thuo Recht, traue Gott, scheue niemand.«:)

Var.: Alle Figuren in g. Dieselben sämmt-lich rechts gewendet.

Eine besondere Combination beider W. findet sichbei Siebmacher 1, 186, nämlich im w. Schilde auf gr.Dreiberg das r. Einhorn; Helm: zwei einwärtsgekehrte,ff befiederte g. Greifenklauen.

v. Klencke. (Taf. 11.)

Text und Wappenbeschreibung siehe beim Braun-schweiger Adel.

Die v. K. gehören in Hannover zur Calenberg-Grubenhagen'schen Ritterschaft.

Bezüglich des Wappen's ist noch zu erwähnen,dass die Linie zu Hämelschenburg das Kammrad aufdem Helm mit 'Pfauenfedern besteckt (und '2 g. Lö-wen als Schildhalter) führt, die Linie zu Thedinghau-sen aber dasselbe zwischen zwei w. Stierhörnern.Letztere gehört zur Ritterschaft von Hoya-Diepholz.

Auch findet sich das Rad vor einem mit Federnbesteckten Schaft.

Knigge, Frhr. (Taf. 11. 12.)

Eingeborner Calenbergischer Adel; urkundlichseit 1135.

Die Gebrüder: Oberst Friedrich Ulrich und Feld-marschall Jobst Hilmar Kn. wurden am 19. Juni 1665vom K. Leopold I. in den Rfrhrn.-Stand erhoben; vonersterem stammen die jetzt lebenden Mitglieder desGeschlechts ab.

Stammwappen. Schild: getheilt; oben: wach-sender r. Löwe in w., unten: vierfach getheilt von r. u. w.

Helm: Flug, w.-r., (al. der Löwe wachsend.)

Freiherrl. Wappen. Schild: geviertet mit gekr.Mittelschild, Letzteres ist vierfach von w. und r. ge-theilt; der obere w. Platz mit einer b. Lilie zwischenzwei r. Herzen, der mittlere mit einem r. Herz zwi-schen zwei b. Lilien belegt. 1 und 4: vierfach vonw. und r. getheilt, darüber gekr. r. Löwe einwärts-gekehrt; 2 und 3: zwei ff Balken, dazwischen zweiff Rauten, ing. Drei gekr. Helme: 1) St. - W.2) gekröpfter gekr. r. Löwe, in jeder Pranke dreiFahnen haltend, rechts r. links w., mit Halbmondenbelegt und an mit Halbmonden besetzten Stangen wech-