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Bd. 2, Abth. 9 (1870) Der hannöverische Adel
Entstehung
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I. Hoher Adel,

ehemals reichsunmittelbare Familien oder Standesherren.

NB. Da der hohe Adel Deutschlands eine besondere Abtheilung dieses Werkes füllt, so gebenwir hier bezüglich der in Betracht kommenden Familien nur kurze Notizen, und auf Tafel 1 nur dieWappenschilde abbildlich, im Uebrigen auf die erwähnte Abtheilung verweisend.

Herzog von Aremberg. (Taf. 1).

Aua der alten, seit 10ö3 urkundlich auftretendenNiederländischen Familie de Ligne nahm Michael deL., dessen Mutter eine Erbtochter v. Barbanfon war,um 1500 den Namen de Ligne Baron de Barbanyonan. Dessen Urenkel Jean vermählte sich 1547 mit derErbgräfin Margareta v. Aremberg und erhielt im J.1549 den Grafenstand nebst dem Aremberg'schen Na-men durch Kaiser CarlV. Sein Sohn Carl wurde 1576von K. Maximilian II. in den Fürstenstand, und des-sen Enkel Karl Eugen 1644 von K. Ferdinand III. zumHerzog erhoben. Letzterer Titel ist in der Primogeni-tur erblich.

Der Herzog v. A. besitzt das Herzogthum Arem-berg-Meppen in Hannover; ausserdem grosse Güter inWestfalen, Holland, Frankreich, Spanien etc.

Weitere genealogische Nachrichten sowie die Wap-penbeschreibungen siehe in der Abth. »Hoher Adel«dieses Werkes.

Fürst von ISentlieim-Beiitkemi. (Taf. 1).

Erwin Edler v. Güterswyk, aus einer alten hol-ländischen Familie, erwarb im J. 1421 die GrafschaftBentheim und nannte sich nach derselben. SeineDescendenz zerfällt in die Linien Bentheim-Bentheimund Bentheim-Teklenburg; erstere erhielt am 17. Ja-nuar, letztere am 20. Juni 1817 vom Könige FriedrichWilhelm III. v. Preussen den Fürstenstand.

Der Fürst v. Bentheim-Bentheim gehört zu denehemaligen Standesherren im Kgr. Hannover. YideAbthl. »Hoher Adel.«

Herzog von I.ooz-Corsvvaareui. (Taf. 1).

Zuerst tritt Graf Gilbert v. Looz (auf Corswaaremin Holland) 1016 urkundlich auf.

Die Grafen Ludwig und Joseph v. L. wurden am24. Dez. 1734 von K. Carl VI. zu Herzögen erhoben;der Titel ist in der Primogenitur erblich.

Der Herzog besitzt das zum Theil in Westfalen,z. Th. in Hannover belegene Fürstenthum Rheina-Wolbeck.

Weiteres s. in der Abtheilung »Hoher Adel.«

v. Platen- Ilallcrmund, Grafen. (Taf. 1).

Seit dem 13. Jahrhundert treten die von Platenauf der Insel Rügen urkundlich auf und sind dort bisin die neueste Zeit reich begütert gewesen. Von denzahlreichen, dem Geschlechte zu Theil gewordenen

Standeserhöhungen haben wir hier nur die Erhebungin den Grafenstand zu notiren, welche dem Geh.Rath und Hofmarschall Franz Ernst Frhrn. v. P. am20. Juli 1689 durch K. Leopold I. zu Theil wurde.Derselbe ward am 27. April 1706 mit der GrafschaftHallermund beliehen.

Die Grafen v. P.-H. gehören zu den Standesherrendes ehemaligen Deutschen Bundes und gebührt ihnendas Prädicat Erlaucht.

Stammwappen. Schild: 2 zugewendeteKatzenköpfe, von deren jedem ein Flügel herabhängt,in w.

Helm: Pfauenschweif.

Decken: w.- j~|" .

Ein 1618 gemaltes W. Bogislaus v. Platen zeigtim Schilde einen rfj: Adlerflug; oben auf der Spitzejeder innersten Feder ein Katzenkopf.

Helm: Drei Rosen, w, r, w, mit gr. Spitzen;dahinter fünf Straussfedern, b. j^;. g. w. b.

Decken w. -.

Gräfliches AVappen. Schild: gev. mit Mit-telschild: 3 r. Rosen in w. (Hallermund.) 1) 3 w.fünfstrahlige Sterne, 2. 1. in b. 2) gekr. r. Löwe ing. 3) St. - W. 4) die Sterne 1. 2. 3 Helme. 1)3Straussfedern, r. b. ö, davor nebeneinander 6, w. -wechselnde, Rosen. 2) zwei geschrägte w. Fahnen mitje einer r. Rose belegt, an g. Schäften. 3) drei mitden Spitzen emporgerichtete, durch ein b. Band ver-bundene, geschrägte g. Pfeile.

Decken: g-r. Schildhalter: gekr. r. Löwen,auf der Brust mit dem Mittelschilde belegt.

Devise: »Constans vivit post funera virtus.«

Stolberg, Graf zu. (Taf. 1).

Uraltes niedersächisches Dynastengeschlecht, seitum 1200 urkundlich bekannt; Stammsitz Stolberg imHarz.

Durch Vermählung der letzten Gräfin von Werni-gerode an den Grafen Botho Stolberg kam die Graf-schaft Wernigerode i. J. 1429 in den Besitz des letz-teren; seither nennt sich diese Linie »Gr. zu Stolberg-Wernigerode.

Die Linien Stolberg-W. und Stolberg - Stolbergsowie die Seitenlinie Stolberg-Söder sind in Hannoverbegütert.

Näheres, sowie eingehende Wappenbeschreibung,wird unter der Abtheilung »Hoher Adel« gegebenwerden.

Bd. H. Abthlg. 9. 1