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Bd. 3, Abth. 7 (1869) Der Adel des Herzogthums Anhalt
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ANHALTER ADEL.

"Wappen: Schild: g. Lilie in r. Helm: dieg. Lilie, oben mit drei g. Sternen besetzt und jeder-6eits von einer nat. Seejungfrau gehalten. Helm-decken; g.-r.

Auf Siegeln erscheinen die Sterne stets über derLilie schwebend; dies dürfte jedoch eine heraldischeUnmöglichkeit sein.

Koseritz. (Tafel 4.)

Sächsischer Uradel. Bedienstet.

Wappen: Schild: w. Büffelkopf en face in b. Helm: Schildesfigur. Helmdecken: w.-b.

Kraewel. (Tafel 4.)

Christian Friedrich David Kr. (f 1841 als Kgl.Preuss. Oberstlieutenant) wurde am 13. Mai 182C vomKönig Friedrich Wilhelm von Preussen in den Adel-stand erhoben. Bed.

Wappen: Schild: durch eine aufsteigende Spitzegetheilt; vorn: sch. Adlerflügel in w.; hinten: gr. Klee-blatt in g.; Spitze: r.-b. gespalten, darin zwei schräg-gekreuzte g. Kanonenläufe. Helm: vor fünf sch.w. wechselnden Straussfedern ein geharnischter Armmit Schwert. Helm decken: w.-r., g.-b.

Krosigk. (Tafel 4.)

Anhaltischer Uradel; daselbst wie im Königr. Sach-sen und im Magdeburgischen seit langen Zeiten an-gesessen.

Wappen: Schild: drei übereinander liegende,mit der Schneide nach unten gewendete r. Messer (al.Pflugscharen), in w. Helm: zwei drgl. mit derSchneide auswärts gekehrte r. Messer, mit g. Querbal-ken belegt. Helm decken: w.-r.

Der g. Balken am Helmschmuck fehlt sehr häufig,

Kügclgen. (Tafel 4.)

Die Gebrüder K., Mitglieder der Academie zu St.Petersburg, erhielten im J. 1682 den Reichsadelstand,(glicht Renovation.) Bed.

Wappen: Schild mit w. Bordüre, belegt mitmit 8 b. Kugeln. Rechtsgewendeter Mannskopf inProfil, w. in b. Helm: der Kopf zwischen offenemb. Fluge. Helmdecken: w.-b.

Küster, Fhr. (Tafel 4.)

Der Anhalt-Cöthen'sche Geschäftsträger in St. Pe-tersburg K. wurde im J. 1843 vom Herzog Heinrichvon A.-C. in den Adel- und Freiherrnstand erhoben.

Wappen: Schild: g. Schräglinksbalken, be-gleitet von 12 (oben 3. 2. 1, unten 1. 2. 3) aufrechtgestellten g. Schindeln, in b. Helm: Büffelhörner,b.-g. quadrirt. Helmdecken: g.-b.

Larisch. (Tafel 4.)

Schlesischer Uradel; aus diesem Geschlecht erhiel-ten den Freiherrnstand: Johann Friedrich am 4. Aug.1654; die Gebrüder Franz Joseph und Karl Ludwigam 22. April 1720; Grafenstand im J. 1748. SeitKurzem in Anh. bed.

Wappen: Schild: ein aufgerichtetes Scepter,begleitet von zwei einwärts gekehrten w. Hippen mitg. Stielen in r. Helm: drei Straussfedern. r. g. r. Helmdecken: g.-r.

Var.: in einem Wappenbuch-Mscr. a. d. Anfangdes 17. Jahrh. befindet sich dies W. mit der Ueber-schriftLarisch von Elgott" *), jedoch die Straussfe-dern r. g. w. Daneben mit der UeberschriftJob.Ludolf! Larisch" dasselbe, jedoch stets b. statt r. unddie Federn b. g. b.

Lattorff. (Tafel 4.)

Anhaltischer, auch in der Mark seit mehreren

1) = Ellguth, alte Besitzung der Familie inSchlesien.

Jahrhunderten ansässiger, Uradel. Begüt. auf Kliekenbei Coswig.

Wappen: Schild: ein sechsfach von g. und r.gewundener Kranz, aussen mit sechs, je aus dreiAeh-ren bestehenden, g. Büscheln besteckt, in w. Helm:der Kranz, jedoch oben offen. Helm decken:g.-w.-r.

Anm. Das Wappenbild ist wahrscheinlich auf dieUrform eines Schildbeschlags zurückzuführen, (vgl. Bie-dersee) also ein Ring von dem strahlenförmig Streifennach dem Schildesrande zu ausgehen.

JLengerke. (Tafel 4.)

Hannöverisches Patrizier-Geschlecht, aus Bremenstammend.

Wappen: Schild: natürl. Falke, r. verkappt,auf braunem, aus dem rechten Schildesrand hervorge-hendem, Aste sitzend, in w. Helm: offener Flug,b.-w. quadrirt, dazwischen der Falke. Helmde-cken: w.-b.

So nach Grote hannöv. Wappenbuch. Dagegenfindet sich auf Siegeln der Ast meistens freischwebend,der Falke zurücksehend ohne Kappe nur mit r. Schleifeum den Hals, und mit g. Schellen an den Fängen.Helm: fünf Straussfedern. Wir geben diese Varianteunter Braunschweig.

Ein Siegel von 1694 und ein anderes von 1731zeigt den Falken auf dem Helm ohne den Flug; nochein anderes: Pfauenschweif als Kleinod.

Lmdemanii Flur. (Tafel 4).

Gottfried L., Kursächs. Hof- und Justizrath, undLevin L. Oberaufseher der Thüring. Salinen, erhielten jener im Jahr 1783, dieser i. J. 1784 die Renova-tion des Adels. Reichsfreiherrn 1790.

Stammwappen: Schild: getheilt; oben wach-sender w. (al. g.) Adler in r. unten gr. Lindenblatt ing.; sch. Bordüre, belegt mit 14 g. Kugeln. Helm:wachsender r. Adler. Helmdecken: g.-r.

Freiherrl. Wappen: Schild: wie St.-W.; die Bor-düre b. (al. sch.) mit 18 (al. 14) g. Kugeln belegt.Zwei Helme: 1) wachsender r. Adler; 2) das Blattzwischen offenem, rechts g. links b., (al. sch.) Fluge.Helmdecken: w.-r., g.-b. Schildhalter: zu-rücksehende g. Löwen.

Bei dem Stammwappen fehlt häufig der Schil-desrand.

Lüben. (Tafel 4.)

Märkisch-Lausitzischer Uradel. Johann Friedricherhielt 1642 den Reichsfreiherrnstand nebst Wappen-vermehrung. Früher auch in Anh. beg.

Wappen: quergetheilter Schild; oben: wachsen-der nackter Mohr (al. Mohrin) mit w.-r. gewundenerKopfbinde, in b. unten Schach, r.-w. Helm: derwachsende Mohr.- Helm decken: w.-r.

Var.: die Zahl der Felder des Schach's ist sehrverschieden. In einem Wappenbuch aus der Mittedes 15. Jahrh. zeigt der Schild innerhalb einer in zweiReihen von w. und r. geschachten Bordüre ein Brust-bild, dessen Kleidung einmal getheilt und zweimal ge-spalten von w. und r. erscheint.

Die (übrigens seit mehren Jahrhunderten gebräuch-liche) blaue Tingirung des oberen Feldes ist wohldurch Oxydirung des ursprünglichen Silber's ent-standen.

Loen, Frhr. (Tafel 5.)

Alte aus Geldern nach Preussen gekommene undbereits seit längerer Zeit auch in Anhalt blühendeFamilie, welche am 28. März 1635 den Reichsfreiherrn-stand erhielt.

Stammwappen: Schild: quadrirt; 1 und 4:H ermel in, leer. 2 und 3: r. Rose in g. Helm: vorfünf g. Straussfedern die Rose. Helmdecken: g.-r.