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Maltitz.
Im .Talire 1020 starben sechs Mitglieder aus dieser Familie durch dieHand der Katholiken, da sie sich zur evangelischen Lehre gewendethatten, und nur Einigen gelang es, Graubiinden zu erreichen, wo siesich seitdem niedergelassen haben. Elisiius v. Malacrida II lichtete nachParis, und seinen Sohn, in Zürich geboren, nahmen einige wohlwol-lende Freunde, Berner Bürger, auf; er wurde 1671 Feldprediger desBerner Regiments v. Krlach in französischen Diensten, und erhielt dasKrbbiirgerrecht der Stadt Bern. Sein Tod erfolgte im Jahre 1681.Kr hinterliess einen Sohn, Elisiius II. v. M., der anfangs erster Pre-diger der zu Potsdam angelegten Schweizer-Kolonie war, sodann aberProfessor der Theologie und Primarius zu Bern wurde und 1719starb. — Mit des Letztern Sohne, Elisiius III. v. M., der im Jahre1756 starb und seine schöne Bibliothek der Stadt Chur vermachte,scheint das Geschlecht in Bern erloschen zu sein. M. s. Leu, Scliw.Lex. XII. S. 456 — 458.
Maltitz, die Herren von.
Die v. Maltitz werden ein uraltes, reiches und gewaltiges Ge-schlecht in Meissen genannt (schlesische Curiositiiten , I. Th. S. 626).Dasselbe war im Besitz grosser Herrschaften, die Städte Dippoldswalde,Hoyerswerda, Klsterwerda, ferner Keichstedt, Wendisch - Bora, Gram-mersdorf u. s. w., alle in Sachsen gelegen, gehörten demselben. Schonmit dem deutschen Orden wendeten sie sich nach Lielland und Kur-land, und später machte sich ein Ast auch in Schlesien ansässig. Dip-poldswalde ist das eigentliche Stammhaus der Familie, das gleichna-mige Städtchen, das ein Diepold v. Maltitz erbaut haben soll, ist mitSchloss und Herrschaft im Jahre 1568 aus den Händen der Familiegekommen und von der kurfürstlichen Kammer erkauft worden. Ueblü-gen s sind auch die Schlösser Maltitz bei Borne und Maltitz bei Dö-beln, entweder von der Familie dieses Namens erbaut oder nach ihrbenannt worden. Obgleich schon ein Ollo de Maltitz als Zeuge untereiner Urkunde steht, die sich auf die Lehnsübertragung des HerzogsLudwig zu Liegnitz bezieht und vom 10. Juli des J. 1542 ausgestelltist; so kommt als Gutsherr in Schlesien, jedoch erst im Jahre 1629,Siyismunil v. Maltitz im Fürstenthnme Neisse vor, und Friedrich Fer-dinand von Maltitz und Dippoldswalde besass 1770 Giersdorf, Kols-dorf und Domsdorf bei Neisse; er war Landesältester und mit einerv. Hund-Boitmannsdorf vermählt. — Ruttersdorf, Woilz, Wildschütz,Niederwald, Blitz u. s. w., sämmtlich im Neissischen gelegen, warenebenfalls in den Händen der Maltitze. — In der Kurmark besassendie v. Maltitz die Güter Cummerow, Giesendorf und Tauche im Liindchen Beskow. — Ein von Maltiz war im Jahre 1806 Landrath desKreises Beskow-Storkow. In der Armee dienen und dienten viele v.Maltitz. — Ein Capitain v. Maltitz stand 1806 im Regimente von La-risch in Berlin, und war 1828 Major a. D. und Postmeister in Gutt-stadt. Ein anderer Capitain v. Maltitz, damals im Regimente v. Let-tow zu Minden, starb im Jahre 1825 als Major a. ü. und frühererCommandeur eines bresl. Landwehrbataillons. Gegenwärtig comman-dirt der Oberst Baron v. Maltitz das 27. Infanterieregiment in Magde-burg. Derselbe erwarb sich bei Ligny das eiserne Kreuz 1. Classe.Von der kurländischen Linie bekleideten mehrere von Maltitz ansehn-liche Stellen in der Administration und im Corps diplomatique. Meh-rere von Maltitz haben sich als Schriftsteller rühmlichst bekannt ge-macht. — Dieses altadelige Geschlecht führt im silbernen Sehilde vierschwarze Uuerbalken, oder, mit andern Worton, das Schild ist in