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Oelsnitz.
verdrängt worden waren, hatte ein Burggraf liier seinen Sitz. Spä-ter erhielt Kathen seine eigenen Besitzer, unter welchen im Anfangedes 15. Jahrhunderts die Familie v. d. Oelsnitz genannt wird. Zwi-schen ihnen und den lmssitischen Herren v. Hohenstein entstand eineheftige Fehde, bis endlich im Jahre 146S der Kurfürst und sein Bru-der, Herzog Albrecht, die Burg Kathen eroberten und schleiften. —Später theilte sich die Familie in die polnische und in die preussischeLinie, erstere ist jedoch schon lange erloschen. Sie hatte Besitzun-gen unweit Krakau, wo noch heute eine Stadt Olesnica liegt. Vondieser Linie sind anzuführen Dobrossat Odrowantzky, der als Com-mandeur des 38. polnischen Regiments in der Schlacht bei Tannen-berg am 14. Juli 1410 sich auszeichnete; und Sbii/neiis Olesnica, wel-cher Secretair des Königs Jagiello von Bolen war, und dem Königebei Tannenberg das Leben dadurch rettete, dass er dein Tiber v.Koeckeritz, der im Begriffe stand, den Jagiello zu durchbohren, miteiner Lanze das Leben nahm. — Von der andern Linie besass Os-wald v. d. 0. im Jahre 1490 die Güter Stonicken, Wilken, u. s. w.bei Bischofswerda; er ward 1502 in der Befehdung des Barons Ge-orge v. Guttenstein gefangen. Friedrich v. d. O. war Hofmarschalldes Markgrafen von Brandenburg um das Jahr 1550. Mit Friedrichv. d. O. theilte sich die Familie in den brandenburgischen und in densächsischen Zweig. Er wurde 153S Obermarschall in Preussen, Haupt-mann auf Hohenstein, und Erbhauptmann auf Gilgenburg. Er erwarbdie grossen Gilgenburgschen Güter, unter denen Szuplin und Tan-nenberg Hauptbesitzungen waren, und stiftete das Lehn- und Ritter-gut Montig bei Osterode. Die Gilgenburgschen Güter wurden schonim Jahre 1689 an die später in den Grafenstand erhobenen v. Finkverkauft, das Lehn Montig aber verblieb in den Händen der Familiebis zum Jahre 1802, wo es der Graf Dohna - Schlodien, als Vormundder minorennen Kinder, verkaufte. Gegenwärtig besitzt die Familienoch Szuplin. — Zu allen Zeiten haben in der preuss. Armee Sühneaus diesem Hause gedient. Kasimir Reinhold v. d. O. starb 1753 aufseinem Gute Freudenthal in Preussen. Er war bereits 1709 Fähn-rich im Regimente v. Dohna, ward 1739 Chef des Cadettencorps zuBerlin, und 1750 Oberst. In seiner Ehe mit Louise v. Mülheim, ausdem Hause Wundlack, wurden ihm fünf Söhne und drei Töchter ge-boren. Von ersteren starb einer 1757 an seinen in der Schlacht beiPrag erhaltenen Wunden zu Prag, als General - Ouartiermeister undAdjutant des Königs, der zweite, Anton Leopold v. d. O., war derbekannte Uebersetzer des Polybius; er hatte anfangs in preuss. Dien-sten gestanden, und war 1786 polnischer Oberst. Der dritte, Hein-rich Ernst v. d. O., starb am 5. Januar 1784 als Oberst und Com-mandern- des Regiments Alt-Rothkirch zu Neisse. Der vierte, Hein-rich Ernst v. d. O., verschied am 11. März 1787 zu Ottmachau alsOberstlieutenant des Garnisonregiments v. Könitz.
Von den jetzt lebenden Mitgliedern sind anzuführen: der Oberst-lieutenant a. 1)., Karl v. d. O., der früher im Alexander-Grenadier-Regiinente gestanden hatte. — Leopold v. d. O., der früher als Pr.-Lieutenant im Regimente v. Treskow gedient hatte, und gegenwärtig.Steuer-Inspector ist. — Bernhard v. d. O., Major a. D., und Ritterdes eisernen Kreuzes, der früher im 1. Infanterie-Regimente stand.— Albrechl v. d. O. starb als Capitain im 12. Infanterie-Regimenteden Tod fiir's Vaterland, 1813 bei Döbern in Holland. — Gegen-wärtig dienen sieben Mitglieder dieser Familie in der Armee, diegrösstentheils aus dem Hause Montig stammen.
Die v. d. O. führen im goldenen Schilde einen rothen Balken,mit drei Perlen belegt, und auf dem Helme zwei Adlerllügel, die