Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
472
Einzelbild herunterladen
 

472

Obernitz.

in seinem Besitz ist, dessen Stammreihe mit Eilhardo v. Oberg, dernm das Jahr 1103 lebte, beginnt. Im Jahre 1523 starb Wulbrandv. O., Dompropst zu Osnabrück. Zu eben derselben Zeit lebteFriedrich v. O., der zweimal die Festung Peina gegen die Herzögevon Braunschweig aufs äusserste verlheidigte. Burcknrd v. O. warbis zum Jahre 1573 Bischof zu Hildesheim. Im Jahre 1654 starbBalthasar Heinrich v. O. als Handeshauptmann im Fürstenthume Bres-lau. Jobst Aswin v. O. diente zu Ende des 17. Jahrhunderts alslierzogl. braunschweigischer Oberst. Bodo v. O. bekleidete zu An-fange des vorigen Jahrhunderts die Stelle eines herzogt, braunschweigsehen Geheimen Kammerraths. Eine Linie dieses altadeligen Hau-ses ist von Sr. Majestät dem Könige von Preussen in den Grafen-stand erhoben worden. Graf v. Oberg auf Oberg erhielt im Jahre1816 den preuss. Johanniterorden.

Diese grätliche Familie führt im goldenen Schilde zwei schwarzeneben einanderstehende Wecken. Auf dem Ilelme liegt eine schwarzeund goldene Wulst; über derselben schwebt eine neunperlige Grafen-krone, durch dieselbe steigt eine mit drei Pfauenfedern geschmückteSäule in Form eines Kanonenlaufes, die Mündung nach oben gekehrt,empor. Auf jeder Seite dieser Säule schwebt über der Krone eineschwarze Wecke.

2) Eine freiherrliche Familie v. Oberg in Schlesien, der in frü-herer Zeit das freie Burglehn Malkwitz bei Breslau gehörte, führt einin drei Tlieile getheiltes Schild, und in jedem dieser Tlieile einenLöwen; das untere Feld ist golden, der Löwe schwarz, das mittlereFeld roth, der Löwe silbern und gekrönt, und das dritte Feld schwarz,der Löwe golden. Dieses Schild ist von drei Helmen bedeckt. Dererstere trägt zwei Adlertiiigel, mit Balken belegt, der mittlere einenblauen Berg, und der dritte fünf Straussfedeln. M. s. Sinapius, I.S. 677.

Obernitz, die Freiherren und Herren von.

Ein altadeliges Geschlecht ans Thüringen, das aber anch im Meis-senschen schon vor langen Jahren ansässig war nnd gegenwärtig auchin Schlesien ansehnliche Güter besitzt, namentlich gehört dem Baronv. Obernitz in Schlesien das schöne Kittergut Magnitz bei Trebnitzmit dem Vorwerk Goschel. In der preuss. Lausitz sind mehrere v. O.ansässig. In die frühere Geschichte dieses Hauses gehört der Um-stand, dass sich schon bei dem Reichstage zu Frankfurt im Jahre 1152ein Apel v. O. befand , nnd dass Veit v. O. im Jahre 1448 käuflichdas Schloss und die Stadt Ziegenrück an der Saale erwarb. Kas-par Goillieb v. O., Hauptmann v. d. A., starb am 3. Decbr. 1836 zuWeissag bei Luckau. Er hatte sich bei der ruhmvollen Vertheidigungvon Danzig den Militair-Verdienstorden erworben. In der Armeestand auch im Jahre 1806 der Oberst und Coinmandeur des 3. Mus-quetierbataillon im Regimente v. Manstein in Blomberg; er war vonder sächsischen Linie; im Jahre 1808 wurde derselbe als Generalma-jor in den Ruhestand versetzt. Ein anderer v. O. stand als Oberstin der 2ten warschauer Füsilierbrigade und wurde 1813 pensionirt.Noch in der Gegenwart dienen verschiedene Mitglieder dieser Fami-lie in der Armee, namentlich der Major v. 0. im 3. Infanterieregi-mente.

Die v. O. führen im gespaltenen, reclris schwarzen, links blauenSchilde eine rothe Strasse und auf dem Helme zwei Kornähren.