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Nostitz.
Königin. — Ulrich v. N. war um das Jahr 1550 kaiserl. Rath und er-ster Landeshauptmann in der Oberlausitz. — Einige Jahre später lebteFriedrich von N., der von seinen Zeitgenossen fiir einen glücklichenDichter gehalten wird. — Am IL Juli des Jahres 1619 ward Hiero-nymus v. N., ein sehr gelehrter Mann, von Abraham v. Uechtritz undSteinkirch im Zweikampfe erstochen. — Christian v. N., kaiserl. undherzogl. Öls- und bernstädtischer Oberamts-Kanzler, wurde im Jahre1634 vom Kaiser Ferdinand II. in den Freiherrnstand erhoben. Er besassdie Herrschaft Seidenberg. — Sigismund v. N. war wirklicher Lan-deshauptmann zu Wohlau und Vormundschaftsrath des Prinzen GeorgWilhelm, und starb im Jahre 1678. — Im Jahre 1657 am 29. Uctbr.hatten die Vettern des Geschlechts der Nostitze eine Versammlung zuGörlitz. Es wurde daselbst ein Familienpact errichtet, in dem unterandern auch festgesetzt wurde, dass, wenn einige Misshelligkeiten un-ter den Geschlechts-Mitgliedern vorkommen sollten, dieselben denAeltesten des Geschlechts erst vorgelegt werden miissten, ehe sie voreinen andern Richterstuhl gelangten. — Dieses alte und vornehmeGeschlecht theilte sich nach und nach in viele Häuser und Linien,namentlich in die Häuser Herzogswaldau, Zedlitz mit den NebenlinienUlbersdorf und Quolsdorf, Lampersdorf, Ransen, Tschochau, Rothen-burg und Gotha. Das Haus Ransen zertiel wieder in die Linien Dam-mitsch, Schönborn, Teschwitz und Wandritsch. Ausser diesen ge-nannten Gütern erwarb die Familie sehr bedeutenden Grundbesitz inSchlesien, der Lausitz, Böhmen, Ungarn und Franken. — Aus demHause Dammitsch wurde Gcory Sigismund im Jahre 1711 unter derReichs-Vicariats-Administration in den Reichsgrafenstand erhoben.Er war königl. polnischer und kurfürstl. sächsischer Kammerherr undausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister an ver-schiedenen Höfen gewesen. Seine Gemahlin war Eva v. Niebelscluitzund Gleinitz, in welcher Ehe vier Söhne geboren wurden. Er besassdie Güter Dammitsch, Nieder-Dammer, Gläsersdorf und Schönau.Von seinen Söhnen starb Georg Ludwig, Graf v. N., ain 7. Januar1758 zu Neumarkt an seinen in der Schlacht bei Reuthen empfange-nen Wunden, als königl. polnischer und kurfürstl. sächsischer General-lieutenant der Cavallerie und Commandeur eines Chevaux - legers - Re-giment. Seine Gemahlin war Eleonore Elisabeth, Freiin v. Zedlitz,die sich nach dem Tode ihres ersten Gemahls (2. Octbr. 1761) wie-der mit Julius Ferdinand v. Trützschler, königl. polnischem und kur-fürstl. sächsischem Stallmeister, vermählte. Diese letztere Ehe gab dieVeranlassung zu dem Entstehen des heutigen grätl. Hauses Zedlitz-Trützschler; denn der in derselben gezeugte Sohn Gottlieb JuliusTrützschler v. Falkenstein wurde der Erbe seines mütterlichen Oheims,unter der Bedingung, den Namen und das Wappen eines Grafen vonZedlitz-Trützschler anzunehmen. M. s. diesen Artikel. Aus den En-keln des oben erwähnten Grafen Georg Sigismund bestellt gegenwär-tig das grälliche Haus v. N. schlesischer Linie.
Der Gründer der böhmischen Linie ist Christoph Wenzel, Grafv. N. und Rieneck, geb. 1645. Er wurde im Jahre 1692 in den Reichs-grafenstand erhoben, und war kaiserlich wirklicher Geheimer Rath,Kämmerer und bevollmächtigter Landeshauptmann der FiirstenthümerSchweidnitz und Jauer. Er besass die Herrschaften und Güter Ro-kitnitz, Seifersdorf, Profen, Lobris u. s. w. — Die Linie zu Rieneckwurde von Johann Hartwig, Reichsgrafen v. N., gestiftet, der kaiserl.wirklicher Geheimer Rath, Ritter des goldenen Vliesses und obersterKanzler des Königreichs Böhmen war. Kr erkaufte nach dem Abster-ben der Grafen v. Rieneck einen Theil dieser Grafschaft, und erhieltdie Grafenwiirde des heil, römischen Reiches.