Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
439
Einzelbild herunterladen
 

Mntius.

439

schräg von der Linken zur Rechten mit einem silbernen Querbalkenbelegt und in zwei Felder getheilt, wovon das rechte blau und daslinke roth ist. Aus dem rothen erhebt sicli in das blaue ein vollkom-menes, zum Sprung gerichtetes Pferd ohne Zaum mit erhabenemSchweife. Das Schild bedeckt ein blau angelaufener und roth ausge-schlagener, offener ritterlicher Turnierhelm mit fünf goldenen Rügeinund anhangendem gleichmässigen Kleinode, auch mit einem wechsels-weise silbern und blau bewnndenen Wulste belegt, aus welchem einhalbes zum Sprung gerichtetes silbernes Pferd zwischen zwei Adler-Hügeln hervorsteigt, von denen der rechte silbern und der linke blauist. Die Helindecken sind an beiden Seiten silbern und blau. Einesehr alte Abbildung desselben befindet sieh in den Händen der Fami-lie, jedoch sind die meisten Original-Urkunden mit dem Vermögender v. Mutius bei den in Oesterreich geführten Türkenkriegen verlo-ren gegangen. Obiger Philipp Jakob v. M. vermählte sich mit einer v.Puebla, seine Sühne und Enkel aber sind mit den adeligen Familien derv. Husser, v. Yischer, v. Sander, v. Gross und v. Rosa alliirt gewe-sen. Die meisten dieses Hauses' haben sich jedoch in auswärtigeKriegsdienste begeben, wohin unter andern in den hannoverschenLanden gehört haben: Karl v. M., welcher eine v. Mandelslohe, unddessen Sohn Georg Friedrich v. M. eine v. Reinbeck zur Gemahlnigehabt, und dessen Enkel Johann Friedrich v. HI. mit der Tochter des han-noverschen General v. Zandre vermählt gewesen ist. Ein anderer ausdieser Familie, Ludwig v. M., ist als Generalmajor in hannoverschenDiensten gestorben. Auch in königl. französischen Diensten stand derSohn des Oberstlieutenant v. Mutius, welcher in dem ehemaligen kai-serl. Österreich. Regimente v. St. Ignon gedient hat. Im Herzog-thume Schlesien hat der König Friedrich II. von Preussen FranzJoseph v. M., geb. den 1. März 1704, einen Urenkel des gedachtenPhilipp Jakob v. M. in Oesterreich, nachdem er unter Kaiser Karl VI.das Amt eines königl. Fiscal in den Erbfürstenthiimern Schweidnitz,Jauer und Liegnitz bekleidet, auch fürsthischöfl. Kanzler zu Breslaugewesen, nicht nur das vom Kaiser Mathias der Familie ertheilte ade-lige Wappen anerkannt unil bestätigt, sondern auch unterm 30. Dec.1745 das Incolat nebst dem Ritterstande in sämmtlichen königl. preuss.Landen verliehen, worauf derselbe in Schlesien die Ritter- undLehn-giiter Ober- und Nieder-Altwasser mit dem Antheil Bärengrund, auchBörnchen, Ober- und Nieder-Thomaswaldau, Bischdorf und Eilau,käuflich an sich gebracht hatte. Seine erste Gemahlin war eine ge-borne v. Ehrenschild, aus welcher Ehe die älteste Tochter in deinElisabethiner-Kloster zu Breslau als Oberin gestorben ist, die jüngsteaber, Anna Clara, mit Philipp Joseph v. Ottenfeld auf Thiemendorf,Bertelsdorf und Maureck verheirathet war. Von der zweiten Gemah-lin, aus dein Hause v. Raven, sind drei Söhne, Joseph Bernhard, Jo-hann Karl und Franz v. M. nachgeblieben. Die dritte Gemahlin,eine Freiin v. Roth, verwittwet gewesene v. Friedenberg, hatte ausder ersten Ehe zwei Töchter, Josepha und Antonia, wovon die ersteunverheirathet, die letztere aber die Gemahlin des königl. sächsischenKriegsministers, Generallieutenant v. Cerrini, war. Nachdem FranzJoseph v. M. auf Altwasser u. s. w. das Amt eines Justizraths in denschweidnitzer, strigauer, boekenhainer und landshuter Kreisen nochlange Jahre verwaltet hatte, auch bei Errichtung der schlesischenLandschaft als einer der ersten Landesältesten thätig gewesen, starber hochbejahrt 1788 auf seinein Gute Bertelsdorf als königl. preuss.Geheimer Justizrath.

Sein ältester Sohn, Joseph Bernhard v. M., erbte die GüterOber- und Nieder-Altwasser mit dem Antheil Bärengrund, so wie