430
Miilfllng.
dischen Diensten, und der Sohn desselben, Peter Ludwig du Moulin,gelangte zur Würde eines königl. preuss. Generals von der Infanterie,Landeshauptmanns der Altmark, Kitters des scliwarzen Adlerordensund Amtshauptmanns von Kolbatz, Marienlliess und Rahden. Kr warim Jahre 1681 zu Wesel geboren, trat im Jahre 1695 in brandenbur-gische Dienste und war im spanischen Erbfolgekriege Adjutant desFürsten Leopold von Dessau. Im Jahre 1707 ward er Capitain, 1716zum Regiinente Prinz Leopold versetzt, 1717 Major, 1721 Oberst-lieutenant , 1725 Amtshauptmann zu Marienlliess, 1728 Oberst, 1729aber Generalquartierineister, welche Stelle er bis zum Jahre 1740 be-kleidete, 1741 ward er Chef des Regiments v. Camas und kurz daraufGeneralmajor. Im ersten schlesischen Feldzuge ernannte ihn Fried-rich der Grosse zum Commandanten von Breslau, 1742 aber von Glo-gau. Im zweiten schlesischen Feldzuge wurde er zum Generallieute-nant befördert. Sehr viel trug er in der Schlacht von Hohenfriedbergdadurch zum Siege bei, dass er eine vorteilhafte Anhöhe besetzte.Zur Belohnung dafür erhielt er gleich nach der Schlacht den schwar-zen Adlerorden, und im Jahre 1750 wurde er zum General der Infan-terie ernannt. Wegen Kränklichkeit schied er 1755 aus dem activenDienste, doch schon im folgenden Jahre am 10. August starb er zuStendal. Er war mit Marie Sibylle v. Htiss vermählt, in welcher Eheihm mehrere Kinder geboren wurden. — Ein Enkel dieses berühmtenMannes ist der gegenwärtige Generalmajor und Commandant in derBundesfestung' Luxemburg. Er stand bis zum Jahre 1806 in dem Re-giinente Kurfürst von Hessen zu Paderborn und erwarb sich vorLongwy im Jahre 1814 das eiserne Kreuz 1, CI.
Müffling, (genannt Weiss) die FreiLerren undHerren von.
Baiern ist das Vaterland der Herren und Freiherren von Miidling.Sie haben sich von da aus in den reussischen und sächsischen Landenverbreitet, und ein Zweig hat sich auch in die preuss. Staaten gewen-det, wo drei Mitglieder dieser Familie zu hohen militairischen Wür-den gelangt sind. — Friedrich Karl v. Miidling, genannt Weiss, wur-de am 17. August 1736 zu Sonnenburg' zum Johanniterritter geschlagen.■— In Neisse war der Generalmajor v. Miidling Chef eines Infanterie-regiments ; er war in Thüringen um d. J. 1754 geboren, und hattesich 1787 in Holland den Verdienstorden erworben. Von seinen Söh-nen ist der älteste der General der Infanterie, commandirende Gene-ral des 7. Armeecorps, Ritter des schwarzen Ädlerordens, des Ordenspour Ie merite, des eisernen Kreuzes 1. Classe u. s. w. — Freiherrv. Müdling, der jüngere aber ist Generallieutenant, Vice-Gou-verneur von Mainz und Ritter des rothen Adlerordens 2. Cl. mit demSterne, des Ordens pour le merite, des eisernen Kreuzes 1.C1. u.s.w.,— Eine Schwester der beiden Generale ist an den Präsidenten v.Kehler in Neisse vermählt. — Siebmacher führt dieses Geschlechtunter dem Namen v. MiilHinger, genannt Weiss, auf und giebt dasWappen desselben II. S. 69. Es zeigt im goldenen Schilde und aufdem ungekrönten Helme den gekrönten Kopf und Hals eines schwar-zen Adlers (nach Andern eines Hahnes) mit ausgeschlagener Zunge,der nach der rechten Seite gewendet ist. M. s. Gaulle, I. S. 1055.König-, I. S. 672—78. v. Krohne, II. S. 375.