Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
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Lynar.

Dieser Familie wurde folgendes Wappen beigelegt.- Das Schild istquadrirt; im 1. und 4. silbernen Felde sind zwei schwarze Adleriiiigelangebracht, im 2. und 3. blauen Felde aber ist ein goldener Sparren,und unter demselben eine französische Lilie dargestellt. Diese wie-derholt sich auf dem Helme zwischen zwei schwarzen Adleriiiigeln.Die Decken sind blau und weiss, und zu Schildhaltern sind zwei Pan-ther gewählt.

Lynar, die Fürsten und Grafen zu.

Im Grossherzogthume Florenz lag- das Haus und Schloss Lynari,bei Faenza zwischen Modigliano und Maradia, ein Eigenthum des ur-alten, edlen Grafengeschlechtes Guerini. Nach diesem Stammhause,das schon im Jahre 13(30 in dem Kriege, welchen Städte und Adelführten, zerstört wurde, und zu dem die unmittelbare Grafschaft glei-ches Namens gehörte, nannte sich das erwähnte vornehme Geschlecht.Namentlich war Graf .Johann di Lynari gerade in dem Besitze desgleichnamigen Castelles, als es die Florentiner zerstörten. Seine Nach-kommen entsagten nach dem Verluste ihres Besitzes dem Namen Ly-nar und führten bloss den ursprünglichen, Guerino, doch behieltensie das Lynarische Wappen bei. Johannes Ilaplista Guerino starb imJahre 1416. Sein Urenkel war der berühmte llovhus Guerino, Grafzu Lynar, der sein uraltes edles Geschlecht nicht minder durch einenseltenen persönlichen Werth und einen reichen Schatz von Kenntnis-sen, die er mit ausserordentlichem Glücke auf das praktische Lebenanwendete, und die ihm zum gesuchten Rathgeber der mächtigstenFürsten seiner Zeit machten, als durch erworbene Ehrenstellen, Wür-den und Güter zu neuem Glänze erhob. Aus dem Leben dieses merk-würdigen, in der vaterländischen Geschichte so vielfach genanntenhochverdienten Mannes mögen hier folgende biographische Notizen ih-ren Platz linden, die wir besonders in seinen Beziehungen zu den Kur-fürsten von Brandenburg hier so ausführlich, als sie uns vorlagen, ge-ben. Graf Rochus wurde am 25. Decbr. 1525 zu Maradia in Italiengeboren. Schon in früher Jugend theilte er Erziehung, Unterricht undAuszeichnung mit Cosmo de Medici, dem nachmaligen Grossherzoge vonFlorenz. Im 14. Jahre trennte er sich von diesem berühmten Jugenü-gefährten, um den Kriegsdienst, zu dem er bestimmt war, am Hofe desHerzogs Alphons von Ferrara, der im hohen Ruhine eines eben so erfah-renen , als kenntnissreichen Generals stand, zu erlernen. Nach demTode dieses Fürsten ging Graf Rochus, noch im Jünglingsalter, mitseinem Vater, der als Oberst in den Diensten Kaiser Karl V. stand,nach Afrika, um einem Angriffe auf die Raubstaaten beizuwohnen.Nach der Rückkehr von diesem Zuge trat er in die Dienste des Her-zogs Alexander von Florenz. Bald trübte sich hier sein Schicksal,denn sein Vater tödtete im Zweikampfe einen Marchese di Malaspina;ein Vorfall, der dem Sohne Mass und Verfolgung der mächtigen Fa-milie Malaspina zuzog und ihn nöthigte, den Hof des Herzogs vonFlorenz zu verlassen und in fremden Staaten einen Zulluchtsort zu su-chen. Hier beginnt der Zeitraum, wo ihm sein persönlicher Wertheine ehrenvolle Bahn in Frankreich und Deutschland eröffnete, die,wie es schien, das Unglück seines Vaters ihm in Italien verschlossenhatte. Am Hofe der Könige von Frankreich machten sich seine Ta-lente, verbunden mit einer angenehmen Persönlichkeit, bald geltend.Gewandt als Hofmann, vertraut mit den Künsten der Diplomatie undunerschütterlich tapfer vor dem Feinde, wurde er mit gleichem Glückeim Cabinette, wie im Felde gebraucht. Im Jahre 1552 vertheidigte ermit Heldenmuthe die wichtige Festung Metz gegen ein kaiserl. Heer.