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3 (1842) I - O
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Lützow.

Metternich-Winneburg-Beilstein vermählt war, im Anfange des vori-gen Jahrhunderts die Grafenwürde. Dessen Nachkommen, welchen dieHerrschaften Tuppau und .Sachsengrün gehören, bilden gegenwärtigdas grälliche Haus, und er ist also der Stammherr der heutigen Gra-fen v. L.

Hierher gehören namentlich folgende Mitglieder des freiherrlichenAstes der v. L., welche sich in der preuss. Armee zu höheren Würdenemporgeschwungen haben:

Johann Adolph Freiherr v. L., aus der mecklenburgischen Linie,ward am 19. Mai 1748 zu Naumburg geboren und in Schulpforte er-zogen. Er trat 17G2 zuerst in das Regiment Bernburg, war 7 Jahrehindurch Inspections- und Gouvernements-Adjutant, im baierschenErbfolgekriege Brigademajor und Generaladjutant des Generals vonRammin. Er avancirte 1790 zum Major, dann zum Commandern' einesGrenadierbataillon, 1798 zum Oberstlieutenant, 1799 zum Regiinents-Commandeur und 1800 zum Obersten. Im Jahre lSOtj ernannten ihnSe. Majestät zum Commandanten von Berlin und 1808 zum General-major. Wegen Kränklichkeit trat er 1813 in den Ruhestand, undstarb am 0. Novbr. 1819, auf einer Reise nach Bommern, zu Star-gard. Im Jahre 1805 war er Dompropst des Capitels zu Colberg ge-worden.

Adolph, Freiherr v. L., der älteste Sohn des Vorigen, geborengm das Jahr 1770, nahm zeitig Kriegsdienste, und hatte die Feld-ziige am Rhein mitgemacht. Im Jahre 1800 stand er als einer derältesten Seconde-Lieutenants in dem Kiirassierregimente v. Reitzensteinzu Tangermünde. Er war Zeuge der ruhmvollen Verteidigung Col-berg's, und seine Mitwirkung verschallte ihm den Militair-Verdienst-Orden. Ganz besonders aber ist sein Name berühmt geworden durchdie Errichtung eines nach ihm benannten Freicorps. Se. Majestät, derKönig, ertheilte ihm am 18. Febr. 1813 die Erlaubniss dazu, und er-fand an dem Major v. Petersdorf einen thätigen und treuen Gehülfen.Die Formation dieser Freischaar fand im Städtchen Zobten statt. DerPlan fand grossen Beifall, und von allen Seiten strömten Freiwillige,namentlich auch viele Studenten hinzu. Im April 1813 war es auf1200 Mann Infanterie, ferner 400 Mann zum Stamme eines zweitenBataillon, und 400 Mann Cavallerie herangewachsen. Nach und nachim Mai wuchs die Infanterie bis auf 2000 Mann, und v. L. machtemit der Cavallerie Streifzüge am linken Elbufer, durchschnitt diefeindlichen Militairstrassen, hobConriere und Transporte auf und machteScheinüberfälle auf Magdeburg und Hof. Erst am 4. Juli erhielt erdie Nachricht von dem am 18. Juni abgeschlossenen Waffenstillstände,und wollte eben zurückgehen, als das Freicorps bei Kitzen angegrif-fen, und theils gefangen, theils zersprengt wurde. Die Waffenruhebenutzte er dazu, sein Corps zn sammeln und zu organisiren, so dasses nach derselben aus 2800 Mann Infanterie, 480 Mann Cavallerie und1 Coinpagnie Artillerie, die 1 siebenpfiindige Haubitze, 4 dreipfün-dige Kanonen und 3 eiserne zwei bis vierpfündige Kanonen bediente,bestand. In dem ganzen Kriege leistete der Freiherr v. L. mit sei-ner fliegenden Schaar nicht unbedeutende Dienste. Bei der neuenFormirung der preuss. Armee, wobei die Infanterie des Freicorps als25. Infanterieregiment in das 2. Armeecorps, die Cavallerie aber als6. Uhlanenregiment in das 1. Armeecorps eintrat, wurde der Baronv. L. Coinmandeur des 6. Uhlanenregiments, hatte aber in der Schlachtbei Ligny das Unglück, in Gefangenschaft zu gerathen, aus der ihnjedoch der bald darauf erfolgte Friede wieder befreite. Für die Aus-zeichnung, die er sich im Allgemeinen erworben hatte, ward ihm daseiserne Kreuz 1. Classe 1814 verliehen; im Jahre 1818 erhielt er eine