Löwcnfclil — LöwcufcJs.
Löwcnfeld, (dt) die Herren von.
Pas alte vornehme Geschlecht v. Löwenfehl hat seinen Ursprungans der alten Reichsstadt Ulm in Schwaben genommen. MehrereSöhne dieses Hauses hatten im kaiserlichen Heere mit der Kühnheiteines Löwen gegen die Türken gefochten. Einige von ihnen warenmit den kaiserlichen Völkern auch nach Schlesien gekommen, wo siesich am Ende des 15. Jahrhunderts in den Fiirstentküinern Oppeln,Troppau und Ratibor ansässig machten. Als der Stammherr des Ge-schlechts erscheint Hubertus Löwenberg zu Ulm, der am Ende des13. Jahrhunderts lebte. — Sein Sohn, Alberl , war Syndikus der freienStadt Ulm. — Ein Enkel desselben, Wenzel Löwenfeld, diente dreirömischen Kaisern und wurde Oberstlieutenant. Von seinen Verwand-ten aus Ofen nach Ulm zurückgerufen, erhielt er daselbst den Beina-men der Ungar. Per Kaiser Ruprecht erhob ihn am 10. Pecbr. 1405aus dem Patrizier- in den ReichsadelstaiwJ mit dem Beinamen: Ungaroder linngar v. L. — Ein Urenkel von ihm, Johannes llungar v. L.,kaiserl. Oberstwachtmeister, wurde in Beziehung auf seine treu gelei-steten Pienste vom Kaiser Rudolph II. durch einen Brief d. d. Prag,den 29. Mai 1597 ermächtigt, das ihm schon von dem Kaiser Maxi-milian II. am 20. Mai 1573 vermehrte Wappen zu führen. Seitdem hältder Löwe im Schilde einen Pfeil in den Pranken. — Im Jahre 1717starb am heiligen Christtage zu Freystadt in Niederschlesien kinderlosder tapfere Ritter Johann Thomas Hangar v. L., ein im kais. Heerelang gedienter und renommirter Ollizier, der bei Salankemen 1691 alskais. Hauptmann von den Türken gefangen und nach vielen Leiden undtrüben Schicksalen durch den Friedensschluss vonCarlowitz erst befreitworden war.— Von dieser adeligen Familie haben sichZweig« inSchle-sien, Mähren und Sachsen verbreitet. In Mähren besitzt dieses Hausnoch in der Gegenwart einen schönen Rittersitz bei Gaya; in Böh-men wurde Johann Wolf gang Böheim v. Löwenfeld im Jahre 1680 böh-mischer Ritter.
2) Eine gleichnamige Familie war auch in Pommern ansässig.Ihr gehörte namentlich der Major v. L. im 3. Musketierbataillon desRegiments v. Malschitzki in Brieg an, der 1810 im Pensionsstandestarb. — Wilhelm v. L. stand 1806 als Stabscapitain in dem Regi-mente Garde zu Potsdam und starb im Jahre 1827 als Oberst und 2.Commandant zu Torgau, Ritter des eisernen Kreuzes 1. Cl. u. s. w.Pieser Offizier hat, würdig der Tapferkeit seiner Vorfahren, seineBahn durchlaufen. Er hatte sich schon im Jahre 1806 sehr ausge-zeichnet, und gehörte zu denjenigen Offizieren der Garde, die festentschlossen waren, sich nach der Capitulation von Prenzlau mit Ge-walt einen Weg zu bahnen. (M. s. Pantheon des preuss. Heeres I.S. 125.) — Ein Hauptmann v. L., Chef einer Tnvaliden-Compagnie,wurde im Jahre 1805 von einem Grafen v. Sandretzki im Duell er-schossen.
Pas Wappen zeigt im blauen Schilde eine weisse Mauer mit dreiZinnen, aus welcher ein gelber Löwe emporsteigt, einen Pfeil in denPranken haltend. Auf dem gekrönten Helme wiederholt sich der Lö-we. Helmdecken blau und gelb.
Löwen f eis, die Herren von.
1) Pie v, Löwenfels stammen von dem berühmten Geschichtsfor-scher, Juristen und Dichter Ephraim Jgnaz Naso ab, der, in der