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Loder.
die Dienste dieses Staates zu treten, ans, wurde 1808 königl. preus-sisclier Leibarzt zu Königsberg, und privatisirte hierauf als solcherzu Petersburg und dann zu Moskau. In Petersburg wurde er deinKaiser Alexander vorgestellt, der grosses Wohlgefallen an seinerAlles schnell bethätigenden Lebendigkeit und Weltkenntniss fand, undihn (1810) zum wirklichen Staatsrath und Leibarzt ernannte, nachdemer von dem König von Preussen seines Dienstes entlassen, und zurBelohnung in den Adelstand versetzt worden war. Da Alexander esihm freigestellt hatte, seinen Aufenthaltsort in Kussland nach Belie-ben zu bestimmen, so wählte er Moskau. Hier wurde Graf Oster-mann, von ihm geheilt, sein grosser Beschützer. Als Mitglied desmedicinischen Rutliscollegiums erhielt er im Jahre 1812, in weicheinNapoleon Iiussland mit Krieg überzog, den Auftrag, für die in Mos-kau befindlichen russischen Verwundeten zu sorgen, und nachdem diefranzösische Armee diese Stadt besetzt hatte, errichtete er für 600verwundete Offiziere und ,81,000 Gemeine in mehreren entferntenStädten und Dörfern Militairhospitäler, deren Leitung er 8 Monatelang bis zum Ende führte. Im Jahre 181S wurde ihm eine Criininal-untersuchung über den Commissariats- und medicinischen Theil desgrossen Militairhospitals zu Moskau übertragen. Mit Muth und Kraftenthüllte er in dieser Untersuchung, die ein Jahr lang dauerte, diedort stattgefundenen Vergeudungen und Missbräuche, worauf ihm dieneue Einrichtung und Oberdirection dieses Hospitals übertragenwurde. Er führte dieselbe vier Jahre, und fügte ein besonderesHospital für Offiziere hinzu, zu dessen bequemerer Einrichtung ervon einigen patriotischen Mitgliedern der moskauischen russischenKaufmannschaft einen freiwilligen Beitrag von 25,000 Rubeln erhielt.1817 bekam er die gewünschte Entlassung von dieser Anstalt, wurdeaber zur Verbesserung anderer Hospitäler, so wie verschiedener Ka-sernen und Gefängnisse gebraucht. Die Kitterschaft des moskauischenGouvernements ehrte diese eben so uneigennützige, als rastlose Thä-tigkeit im Dienste der Menschheit dadurch, dass sie ihm ein Mitglied-diplom, und die zum Andenken des beendigten Krieges für den Adelgestiftete Medaille ertheilte. — Als Kaiser Alexander im Jahre 1818eine Sammlung von anatomischen Präparaten gekauft, und der Uni-versität zu Moskau geschenkt hatte, erbot er sich, ein neues anato-misches Institut zu errichten, und öffentliche Vorlesungen über dieAnatomie unentgeltlich zu halten, auch die Uebungen an Leichnamenzu leiten. Er baute hierauf, im Auftrage und auf Kosten des Kai-sers, ein prachtvolles, mit Hörsälen versehenes, anatomisches Mu-seum, welches über 100,000 Kübel kostete, und wurde alsdann mtdem Diamantenordensschmuck geziert, der dem für Ehre mehr nochals für Geld empfänglichen Greis viele Freude machte. — Ohne eigent-liche Praxis, aber als Hausfreund von den höchsten und reichstenFamilien zu Moskau consultirt (er war einst einer der ersten Opera-teurs und Chirurgen gewesen), widmete er jede freie Minute denanatomischen und physiologischen Vorlesungen, welche er unentgelt-lich als blosser Ehrenprofessor der Universität in lateinischer Sprachevor mehr als 100 Zuhörern, auch Nichtärzten, hielt, und dadurchfreilich mit den zum Theil eingerosteten Professoren jener Hoch-schule in allerlei Zwiespalt gerieth. Denn er hatte auch im hohenAlter dasselbe Feuer im lichtvollen Vortrage bewahrt, womit er einstam Schlüsse des vorigen Jahrhunderts in Jena Alles elektrisirte, undnicht selten auch Goethe unter seine Zuhörer zog, bei dessen Jubi-läum er in Moskau eine glänzende Feierlichkeit veranstaltete. Alles,was im Bereich der Heilkunde lag, ergriff er bis kurz vor seineinTode, mit der ihm auch noch als Greis beiwohnenden Lebhaftigkeit. —