Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
252
Einzelbild herunterladen
 

252

Lignitz.

und dabei geschmückt mit allen weiblichen Tugenden, ihr Vater warFriedrich v. Sitsch, Hofmarschall bei dem breslauischen Bischof Jo-hann, aus dem Hause Sitsch von Stiibendorlf, seinem leiblichen Vet-ter. In dieser zweiten Khe erzeugte der Herzog Johann Christian 3Söhne und 3 Töchter, die Freiherren und Freiinnen von Lignitz ge-nannt wurden. Namentlich:

I. August, Graf v. Lignitz, geb. zu Brieg im Jahre 1627 den21. August, Herr auf Cantersdorf, war erst nur Freiherr, wurde aberin den Grafenstand erhoben. Er war Landeshauptmann des briegi-schen Fiirstenthuins, wohnte die meiste Zeit in Brieg, als er aber aufdie Landeshauptmannschaft resignirte, residirte er gewöhnlich auf demfürstlich gezierten Schlosse Cantersdorf, und starb 1677 ohne Erben.Sein herzogl. Stiefbruder Georg hatte ihm durch seinen letzten Wil-len das durch seine schönen Marmorbriiche weitbekannte Amt Pribornmit allen dazu gehörigen Gütern vermacht, und nach seines jiingernBruders, Sigismund, Tode hat er auch den Rittersitz Kurtwitz mitden dazu gehörigen Dörfern ererbt; er war auch nach des HerzogsChristians im Jahre 167*2 erfolgtem Tode, laut dessen Testament, mitden drei Landeshauptleuten der Fürstenthümer, namentlich: dembriegischen Landeshauptmann Hans Adam v. Posadowsky, dem liegnitz-schen Landeshauptmann Hans v. Schweinichen, und dein wohlau'schenLandeshauptmann Siegismund v. Nostiz, unter der Obervormundschaftund Regentschaft der fürstlichen Frau Wittwe zum Vormunde seinesNeffen Georg Wilhelm ernannt worden. Er war zweimal vermählt,zuerst mit Elisabeth, Freiin von Ruppa, die, nachdem sie ihm dreiKinder, 1 Sohn und 2 Töchter, geboren hatte, mit Tode abging.Zum zweitenmale hatte er sich mit Charlotte, des Fürsten GeorgLudwig zu Nassau - Dillenburg Tochter, verbunden; diese Ehe bliebohne. Kinder. Nach dem Tode des Grafen August v. Lignitz ver-mählte sich diese Dame mit dem kaiserl. General, Grafen v. Asper-mont und Reckheim; sie starb in Ungarn im Jahre 1706, woraufPriborn und Kurtwitz als Lehn dem Kaiser anheim fielen, Canters-dorff erbte aber seine zweite Gemahlin, welche es jedoch bei ange-tretener anderweitiger Heirath mit dem Grafen Aspermont an denFreiherrn v. Zierotin verkaufte. — Des Grafen August lste Gemahlinwar Elisabeth, Freiin v. Ruppa, Karl Deodat, Freiherrn von Zali-radeck nachgelassene Wittwe, vermählt 1653 zu Brieg; von ihr wargeboren:

1) Graf Christian August,

2) Dorothea Sibglla, Freiin v. Lignitz, geboren 1628 zu Brieg,

starb 1629.

3) Ein todtgeborner Sohn.

4) Freiherr Ernst, geb. 1630, starb 1631.

6) Sigismund, Freiherr v. Lignitz, geb. zn Brieg den 31. Januar1632, Herr auf Kurtwitz, Jonsdorf, Nieder-Rudelsdorf, Dober-gast, Ossig, Borsan und Borsitz. Er starb 1664, nachdem ermit Eva Eleonore, Freiin v. Bibran, vermählt war.

6) Freiin Johanna Elisabeth, geb. 1636, vermählt an Zdenko Howora,Freiherrn v. d. Leipe, Herrn der Herrschaft Schwendnig amZobtenberge, den Letzten seines Geschlechts; sie starb im Jahre1678, und mit ihrem Gemahl erlosch im Jahre 1683 das Ge-schlecht der Freiherren v. d. Leipe. Die Herrschaft Schwendnigmit den dazu gehörigen Dörfern kam darauf zuerst an einenHerzog zu Holstein-Norburg, später an das Hans Wiirtemberg-Oels, und ist in der Gegenwart ein Eigenthum der Grafen v.Zedlitz - Trütschler.