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Liechtenstein.
2) Ein adeliges Geschlecht in den Marken , von dem wir jedochnicht anzugeben vermögen, ob es mit dem schlesischen unter No. 1.erwähnten ein und dieselbe Familie ist. Es besass mehrere Güter inder Neumark, namentlich Craatzen, Neuenberg und Rentz im KreiseSoldin.
Liechtenstein, die Fürsten von.
Das fürstliche ITans Liechtenstein gehört unter die regierendenund souverainen Familien und sein llau[>t zu den Fürsten des deut-schen Rundes; daher nicht in ein Adelslexicon , wohl aber in ein diepreussischen Staaten betreffendes Handbuch.
Als Herr der Fiirstenthümer Troppau und Jägerndorff preuss. An-theils, ist der Fürst von Liechtenstein preuss. Standesherr in Schle-sien, und derselbe schickt seinen Deputirten oder Bevollmächtigtenauf die Landtage der Provinzialstände. Dieses fürstliche Geschlecht,dessen Abstammung von vielen Autoren aus dem berühmten und er-lauchten Hause Este in Italien abgeleitet wird, kommt schon im 10.Jahrhunderte unter den ritterlichen Familien der österreichischen Erb-lande vor.
Es erwarb grosse Besitzungen und wusste sich von jeher durchTreue und Ergebenheit die Huld der Kaiser und Fürsten des Österreich.Hauses zu erhalten. Früher blühte dieseFamilie in zwei Ilaupilinien:Liechtenstein-Murau in Steyerinark, und Liechtenstein - Nikolsburgin Oesterreich. Aus letzterer hatte llartmann II. (starb 158h) diesämmtlichen Besitzungen seines Hauses wieder vereinigt, die sodannseine Sühne Karl und Gunilaccar, Herren v. Liechtenstein, Ersterer1018, Letzterer 1623, von dem Kaiser mit der erblichen Reichsfürsten-wiirde bekleidet, aufs Neue theilten, so, dass mit jenem die karolini-sche, mit diesem die gundaccarsche Linie begann.
Karl erlangte 1614 vom Kaiser Matthias das Fürstenthum Trop-pau und 1623 vom Kaiser Ferdinand II. das Fürstenthum Jägerndorffin Schlesien. Der Enkel Karls, Fürst Johann Adam Andreas, letzterMannessprosse der karolinischen Linie, erkaufte die unmittelbare Graf-schaft Vaduz nebst der Herrschaft Schellenberg, nämlich die letztereim Jahre 1699, die erstere im Jahre 1708, von dem Grafen von Ho-henembs. Er erlangte auch ein fürstliches Votum am schwäbischenKreise, welchem er ein Capital von 250,000 Fl. unverzinslich dar-geliehen hatte. Da er den 16. Juni 1712 die karolinische Linie be-schloss, so Helen die sämmtlichen Güter an die damaligen beiden Ae-ste der gundaccarschen Linie. Doch erwähnen wir, dass in weiblicherLinie noch eine Tochter des letzten Fürsten der karolinischen Linie,Maria Therese Anna Felicitas lebte. Sie war am 7. Mai 1696 gebo-ren, vermählte sich am 24. Octbr. 1713 mit Thomas Emanuel, Prin-zen v. Soissons, wurde "VVittwe von demselben am 28. Decbr. 1729,und stiftete im Jahre 1750 eine Academie für junge Cavaliere zu Wien,die später zur Disposition des Kaisers gestellt wurde. Ihr Gemahl,der Prinz von Soissons, war der letzteSprössling seines aus dem fürst-lichen Hause Savoyen stammenden Geschlechtes, das auch den be-rühmten Helden Eugen zu seinen Zweigen zählte.
Schon mit Gundaccars Enkeln (den Sühnen Hartmanns) hatte sichdie letztere Linie wieder getheilt, indem a) Johann Anton Florian(starb den 11. Octbr. 1721), kaiserlicher Oberhofmeister, vermähltmit Eleonora Barbara, des Grafen Oswald v. Thun Tochter, den älte-ren; b) Philipp Erasmus (starb 1704) den jungem Ast derselben be-gründet hatte. Des Letztern Sohn, Joseph Wenzel, und vorgedachterJohann Anton Florian waren 1712, da die karolinische Linie erlosch,