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3 (1842) I - O
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LattorlT.

Philipp Friedrich v. L. erwarb in Schlesien ansehnliche Güter; erwar mit einer v. d. Marwitz, ans dem Hause Friedersdorf, vermählt.

Im [ireuss. Heere haben folgende Mitglieder dieser Familie hö-here Ehrenstellen erlangt:

Rudolph Friedrich v. L., ein Sohn des im Jahre 1684 verstorbe-nen kurbrandenburgischen Hauptmannes, Rudolph v. L., Erbherrnauf Ilolzbeck, erhielt im Jahre 1705 des am Schellenberge gebliebe-nen Obersten v. Wulften Regiment zu Fuss. Er blieb im Jahre 1708in der Schlacht bei Oudenarde auf dem Felde der Ehre und hinter-liess aus seiner Ehe mit Margarethe de Bruce zwei Söhne und dreiTöchter.

Johitun Sigismund v. L., geboren zu Gross-Salza, einem seinemVater gehörigen Gute, am 23. Juni 1609, trat, nach einer sorgfälti-gen Erziehung, im Jahre 1714 in das preuss. Regiment v. Varenue,wohnte ein Jahr darauf der Belagerung von Stralsund bei und nahmim Jahre 1719 seinen Abschied. Er nahm aber kurz darauf in dem-selben Regiment wieder Dienste, ward 1742 Major, 1750 Oberst-lieutenant, 1754 Oberst und Commandern - des v. Itzenplilz'schenRegiments, und erhielt 1750 die Amtshauptmannschaft zu Rein inPreussen. Im Jahre 1757 zum Generalmajor ernannt, befand er sichbei der Avantgarde des Königs, wurde an der Lende verwundet undverlor durch einen Schuss das linke Auge. Der Verlust desselbennöthigte ihn, im Jahre 1760 seinen Abschied zu nehmen. Er starbim Jahre 1761 den 3. Septbr. unverehelicht, und sein Leichnam istim Erbbegräbniss zu Grossen-Salza beigesetzt worden.

Christoph Friedrich v. L., ein älterer Bruder des Vorigen, undSolin des llnns Wilhelm v. L., Erbherrn auf Gross-Salza und Otters-leben, geboren am 7. Septbr. 1696, studirte anfangs zu Halle, nahmaber im Jahre 1713 Dienste in dem Regiment Fürst Leopold von An-halt-Dessau, wurde 1743 Oberstlieutenant, 1745 Oberst und 1746Commandeur des Regiments v. Persode. Im Jahre 1748 erhielt erdie Amtshauptmannschaft von Stettin und Jasenitz, 1753 wurde erVicecommandant von Kosel, am 11. Decbr. des gedachten Jahres aberwirklicher Commandant von Kosel, Generalmajor und Chef des v.Bosseschen Garnisonregiments. Für seine tapfere und umsichtigeVertheidigung der genannten Festung ernannte ihn der König Frie-drich II. zum Generallieutenant, und schmückte ihn mit dein schwar-zen Adlerorden. Er starb im Jahre 1762 am 3. April zu Kosel, ob-gleich zweimal vermählt gewesen, dennoch kinderlos.

Philipp Friedrich Lebrecht v. L. starb im Jahre 1808 als General-lieutenant a. D. Er war früher Chef eines Infanterieregimentes inBreslau (zuletzt v. Treuenfels), seit dem Jahre 1801 aber Gouver-neur der Festung Ciistrin gewesen. Im Jahre 1793 hatte er sich beiKaiserslautern den Verdienstorden erworben. Bei dem Falle der ge-nannten Festung im Jahre 1806 war der General nicht gegenwärtig.

Im Jahre 1806 war Friedrich Wilhelm August v. L. fiirstl. anhalt-köthen'scher Hofmarschall, Herr auf Klicke. Otto v. L., Lieute-nant und Adjutant bei der dritten und 4. Jägerabtheilung, starb am8. August 1832 zu Halle. Gegenwärtig ist ein v. L. Rechnungs-rath im Finanz-Ministerium zu Berlin; ein anderer v. Lattorlf stehtals Lieutenant in der 3. Jäger-Abtheilung zu Liibben.

Das Wappen der Herren v. LattoriF zeigt im silbernen Schildeeinen drei Mal roth und drei Mal golden wechselweise gebundenenWaizenkranz, woran sechs Bündel hängen; jeder von drei Wai-zenähren. Auf dem Helme ist derselbe Kranz, nur oben mit einerOeil'nung, vorgestellt. Helmdecken roth und golden.