Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen
 

Katzler.

83

Wilhelm Ludwig v. K. war Hauptmann in holländischen Dienstenund mit Helene Christine v. Berswordt vermählt. Aus dieser Ehewurde im Jahre 1600 geboren:

Nikolaus Amirens v. K., der aus holländischen Diensten im Jahre1715 in preuss. trat. Kr bewies bei der Belagerung von Stralsundviel Tapferkeit, wurde dabei verwundet und von den Schweden ge-fangen genommen. Der König von Schweden, Karl XII., achtete ihnwegen seines Muths und liess ihn gut verpflegen; er wurde auch baldausgewechselt und wieder hergestellt. Im Jahre 17*28 ward er Lieutenant,1730 jüngster Rittmeister, 1733 Major, 1741 Oberstlieutenant, 1742Oberst, 1745 Generalmajor und Amtshauptmann zu Liebenwalde undZehdenick. Im Jahre 1746 erhielt er als Chef das Leibkiirassierregi-ment, 1747 aber das Regiment Gensdarmes, 1746 eine Präbende zuMünstereifel; 1753 ward er Generallieutenant und 1754 Ritter desschwarzen Adlerordens. Wegen Krankheit musste er im Jahre 1757seinen Abschied nehmen, und starb am 10. Novbr. 1760 zu Gardelegenim 64sten Jahre seines Alters und 40sten seiner treuen Dienste. Krwar mit Marie Kunigunde v. Bardeleben, aus dem Hause Ribbeck, ver-mählt, die ihm sieben Kinder gebar:

Aus der Ehe des Oberforstmeisters und Majors a. D. v. IC. undeiner v. Versen wurde im Jahre 1765 in Westphalen geboren

Friedrich Georg v. K., der in einem sehr jugendlichen Alter diekriegerische Laufbahn in der kühnen Reiterschaar der Bellingschen,zuletzt von Bliicherschen Husaren betrat. Schon im Jahre 1793 er-warb er sich in den Niederlanden den Militair-Verdienstorden. DasRegiment, bei welchem v. K. stand, warf bei Kdesheim ein französischesCavallerieregiment über den Haufen und nahm den feindlichen General,wie den Chef der Artillerie, gefangen, v. IC. avancirte in dem ge-dachten Regiment bis zum Rittmeister, im Jahre 180J tauschte er abermit dem Rittmeister v. Garten im Husarenregiment v. Schulz, zuletztv. Pietz, das in Oberschlesien garnisonirte. Er wurde im Jahre 1802Major, nach dem Feldzuge von 1806 fand er schon bei der erstenOrganisation des neuen Heeres eine Anstellung, und 1809 wurde erCommandern - des lsten Uhlanenregiments. Am 4. Mai 1813 bestand erbei Borna mit Kscadronen leichter Reiterei ein ehrenvolles Gefechtgegen ein bedeutendes Corps von der Armee des Vicekönigs von Italien.Nach dem Waffenstillstände befehligte er als Oberst eine aus den bran-denburgschen Uldanen und dem ostpreuss. National-Cavallerieregimentbestehende Brigade. Ohne alle Einzelnheiten aufzuführen, wo seinmilitairisches Talent sich aufs glänzendste darthat, gedenken wir nurder Vertheidigung der Höhen von Hochkirch, des Gefechts bei Bi-schotswerda, ferner der Schlacht von Leipzig, wo er am 16. Octbr.die feindliche Reiterei, die vor Lindenthal aufgestellt war, angriff undseine Infanterie unter dem Major v. Hiller den blutigen ICampf umdas Dorf Möckern bestand, wobei der Oberst v. K. verwundet ward.Zum Generalmajor befördert, befehligte er wieder die Spitze der Vor-hut, die der Prinz Wilhelm von Preussen führte. Am 7. Januar 1814befiel ihn eine bedenkliche Krankheit, die ihn nüthigte, die Armee zuverlassen, doch schon am 27. übernahm er das Commando der Avant-garde. Vorzügliche Dienste leistete er am 13. und 14. März, wo ermit dem 2ten Leibhusarenregiment 7 feindliche Dragoner Kscadronsgänzlich überwältigte. Ueberall zeigte es sich, dass er einer derthätigsten, tapfersten und brauchbarsten Führer der preuss. Reitereiwar. Die spätere Ernennung zum Divisions-Commandeur, dann zumlsten Commandanten von Danzig und bei seiner im Jahre 1825 er-folgten Verabschiedung die Verleihung des rothen Adlerordens 1. Kl.waren deutliche Beweise der Zufriedenheit und Anerkennung seiner

6*