Eglolfstein. 485
das Geschlecht in mehreren Linien blühte und viele Mitglieder zuhohen Ehren und Würden gelangten.
Schon im Jahre 996 stellte Andreas v. EglolTstein sein Wappenauf den Turnieren zu Braunschweig auf, wozu , wie bekannt, ein makel-loser Adel von 16. Ahnen erforderlich war. Späterhin turnirten Vieledes Geschlechts in Worms, Augsburg, Nürnberg, Bamberg, Speier,Regensburg, Ansbach, Schalfhausen und Zürich, woselbst, auch sogarFrauen v. Egl. zur Schau und Helmtheilong erwählt wurden, eineAuszeichnung, die dazumal nur den edelsten Frauemzu Theil wurde.
Im Jahre 1060 erwählte das Capitel zu Regensburg Otto von Egl.zum römischen Reichsfürsten; er regierte daselbst 29 Jahre, und liegtin der Domkirche begraben.
Leopold von Egl. wurde 1333 Fürst und Bischof zu Bamberg undHerzog in Franken, er stiftete das bekannte Strezelwoglest, zum ewi-gen Gedüchtniss seiner glücklichen Rettung aus den Händen einerRäuberbande, starb, 1343 und wurde in der Domkirche begraben.Johannes v. E. gelangte 1401 zur Würde eines Reichsfürsten u. Bischofszu Würzburg. Während seiner preiswürdigen Regierung errichteteer daselbst die jetzt wiederhergestellte Universität, und erwarb sichden Ruf eines gelehrten edeldenkenden Mannes, da er seine Einkünfteweder vergrösserte noch seine Anverwandte damit bereicherte, sondernsie nur zum Wohle des ihm anvertrauten Landes verwandte. Dies u.sein aufgeklärter vorurtheilsfreier Geist zog ihm Feinde zu, nament-lich unter den Mönchen, die seiner Herrschaft so schnell als möglichein Ende zu machen suchten. Er starb in Forchheim den 21. Novbr.1411 an beigebrachtem Gift, seine Ueberreste ruhen im Dom zu Wiirz-burg, und sein Andenken lebt in jenen wohlthätigen Stiftungen fort.
Conrad, sein jüngerer Bruder, trat in den deutschen Orden undwurde 1398 zum 21. Deutschmeister und Reichsfiirsten über Deutsch-land und Italien erwählt. Er regierte 18. Jahre und liegt in Nürnbergin der Kapelle begraben, die er selbst erbauen liess, und welche nochjetzt in der wiederhergestellten Kirche seinen Namen trägt.
Catharina v. E. erwählte das Capitel von Obermünster zu Re-gensburg zur Reichsfürstin und Aebtissin im Jahre 1410.
Heinrich v. E., Fürst und Abt im Kloster Weisenohr im J. 1441;stand demselben 60 Jahre rühmlich vor, und resignirte aus Alterschwäche.Kunigunde v. E. wurde 1479 gleichfalls zu Obermünster zu Regensburgzur Aebtissin und Reichsfürstin ernannt.
Wolfram v. E war als deutscher Ordensritter Commandeur vonFliessingen, zugleich auch Flieger der Balley Franken.
Nikolaus v. E. gerieth in einen hartnäckigen Streit mit dem Mark-grafen Albrecht Achilles von Brandenburg, in Folge dessen sein festesSchloss Cunreuth belagert wurde. Nachdem es durch List eingenom-men, geplündert und niedergebrannt war, begingen die treulosen Sie-ger die Grausamkeit, 40 Lanzenknechte, alle Bauern, die sich in dasSchloss geflüchtet hatten, und 2 Priester an Bäumen aufzuhängen, ob-gleich man ihnen freien Abzug versprochen hatte. Nikolaus selbst ge-rieth mit seiner Frau in Gefangenschaft, und starb zu Nürnberg aufder Burg 1557; die übrigen Eglolfstein führten die Fehde des ge-fangenen Nikolaus fort und übten das Vergeltungsrecht an dem schö-nen markgrällichen Schlosse unfern des Marktlieckens Beiersdorf beiErlangen dessen Ruinen noch heute als Denkmal jener Zeit dastehen.Der Markgraf hat sich gezwungen gesehen, auf die Wiedereroberungdes Schlosses zu verzichten, um damit die beleidigten Eglolfstein zuversöhnen.
II ans v. E. und Bärenfels war kaiserlicher Landrichter des Bnrg-grafenthuins Nürnberg. Diese Linie erlosch mit dem Tode seines Bru-