Druckschrift 
2 (1842) E - H
Entstehung
Seite
461
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Humbraclit.

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Unordnung vernachlässigten Hospitals verdient , und war als ein aus-gezeichneter Mathematiker bekannt.

1686 hatte sich Johann Hieronymus mit Elisabeth von Hiinefehlund Altenberga vermählt, mit der er sechs Sohne: Adolf Karl A., Frie-drich Maximilian B., Hieronymus August C., Justitiian (starb jung),Wilhelm Emst, geb. 161)5, blieb 1716 als k. k. Lieutenant im Regi-ment Bonnevall hei Peterwardein, und Johann Ludwig, geb. 1696, gest.1719 als Fähndrich hei dem kaiserl. Regiment Baron Wetzel zu Reg-gio in Calahrien, und zwei Tochter zeugte. Von diesen war Magda-lena Sibylle an Georg Ludwig Knoblauch von und zu Hatzbach (heiMarburg)' verheirathet, und Maria Margaretha, Canonissin des vonCronstädt und Hynspergschen adeligen Fräuleinstiftes (in Frank-furt a. M.)

A. Adolf Karl v. H., geb. 1687, gest. 1741, Hauptmann bei demrheinischen Reichscontingent, vermählte sich 1715 mit Juliane Char-lotte von Droschel, aus welcher Ehe zwei Sohne, Cascmir Ludwig undKarl Franz Friedrich Heinrich, waren. Dieser, geh. 1727, gest. 178?,ward hei dem Herzog Karl Friedrich von Wiirtemberg Page, heglei-tete 17-14 den Herzog Karl von Wiirtemberg-Oels nach Schlesien, undward 1747 Fähndrich, 1757 Lieutenant bei dem Reichscontingent derStadt Frankfurt. 1759 den 13. September hei Leipzig gefangen, trafihn das harte Schicksal, bis zum erfolgten Frieden als Kriegsgefan-gener in Magdeburg bleiben zu müssen. Hier ward er mit der Dich-terin Karschin bekannt. Einige Gedichte von ihr an ihn (Damüt) ste-hen in der Sammlung ihrer Gedichte. Ueberhaupt zeichnete er sichdurch Kenntniss der lebenden Sprachen und durch Geistesbildung aus.1769 ward er Hauptmann und lebte seit 1773 mit Maria MagdalenaKaroline Bauer von Eyseneck in kinderloser Ehe. Sie starb 1823.

Casemir Ludwig, geb. 1719, gest. 1793, war Hauptmann erst ink. k. österreichischen, dann in genuesischen Diensten. Er vermählte sichmit Anna Sibylle Hasslocher, nach deren Tode mit Charlotte Amaliavon Monsbruch. Aus erster Ehe ist der noch in Rudolstadt lebendeHerr Karl Adolf von Humbraclit, geb. 1753. Erst Page am Hofe des Her-zog Karl von Wiirtemberg in Stuttgart, trat er in holländische, dannin französische Militärdienste, als Hauptmann im deutschen RegimentNassau. Nachdem er auch diese verlassen, kam er 1777 in den Rath,von wo er ununterbrochen sein Lehen dem Dienste seiner Vaterstadtauf ausgezeichnete Weise widmete. Er ward 177S Schöffe, und beklei-dete in den Jahren 1791, 94, 97, 99 und 1801 das ältere Bürgermei-steramt, wurde 1796 als Geisel der Stadt nach Frankreich gebracht,1798 und 1803 in den Angelegenheiten der Reichsstadt nach Wien,und 1804 nach Paris zur Krönung Kaiser Napoleons gesendet. Auchnach der gänzlichen politischen Umgestaltung Frankfurts, und nach Er-richtung des Grossherzogthums Frankfurt, hörte er, die wichtigstenDienste zu leisten, nicht auf. 1807 ward er fiirstl. primatischer Kam-merherr und immerwährender Bürgermeister, 1810 Oberst, dann Ge-neralmajor und Chef der Nationalgarde des Grossherzogthums. Nachverdrängter Fremdherrschaft trat er 1813 wieder als Schöffe in denRath, und wurde zum älteren Bürgermeister erwählt, was er währenddes Provisoriums bis 1816 blieb. Erst als die neue Verfassung dernunmehr freien Stadt Frankfurt eingeführt wurde, trat er aus demGeschäftsleben, und zog, nachdem er einige Jahre in Frankfurt priya-tisirt hatte, nach Rudolstadt.

Aus erster Ehe mit Maria Salome von Giinderode hatte er neunKinder, von denen sieben im jugendlichen Alter starben. Ein Sohn,Ludwig Juslinian Casemir, geb. 1783, war k. k. österr. Hauptmann,und blieb in dem blutigen Treffen hei Ehersberg gegen die Franzosen,